Spiel verborgener geistiger Kräfte geht ein Wille voller All-macht, eine Allmacht voller Weisheit, eine Weisheit voller Hei«ligkeit, eine Heiligkeit voller Liebe. Und dies ist Gott! — DieNatur Gottes ergründe ich aber nimmer. Der Gott, den ich be-greifen könnte, wäre kein Gott, denn cs ist mir ja selbst die Naturmeiner Seele ein dunkles Räthscl. Forsche nicht, worin dasWesen des Allerhöchsten bestehe; denn das Wesen des Aller-kleinsten , was er gemacht hat, ist dir unerforschbar. Ver-wegener, je länger du in den Glanz der Sonne hineinstarrst,sie zu betrachten, je dunkeler wird sie dir!
Unser Wissen hienieden ist ein Stückwerk! sagt Paulus,der weise Jünger Christi: Wir sehen jetzt durch einenSpiegel in einem dunkeln Wort, einst aber vonAngesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich es stückweise;dann aber werde ich es erkennen, gleichwie ich erkannt bin.Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aberdie Liebe ist die größte unter ihnen. (1. Kor. 13, 12. 13.)
Ja, diese Welt, welche mir nur auf eine kurze Zeit zumBewohnen gegeben war, ist mir ein dunkeler Spiegel der Ewig-keit. Stückweise schaue ich hier, was ich einst in Vollkommen-heit, in wundervollem Zusammenhang mit Entzücken sehenwerde. Was ich hier hoffe, wird dort Erfüllung sein, wasmich hier als dunkele Ahnung umweht, wird mich dort a'sWirklichkeit umglänzen. Und Ser Gott des Lebens, den ichhier nur im Wiederschein seiner Herrlichkeit wahrnehme, wirdeinst mir in aller Klarheit offenbart sein, wenn mein unsterblicherGeist in ihm und seiner Seligkeit sich auflöset.
Diese Welt ist mir ein dunkeler Spiegel der Ewigkeit. Wasich schon in diesem Leben einzeln erfahre, verräth mir, wasich einst in höherer Vollendung erfahren werde. Denn in dergöttlichen Schöpfung ist Alles ein Ein'ges und Ganzes; da istnichts ohne Zusammenhang, nichts ohne Fortsetzung; in derKette des unendlichen Weltalls und der Wesen ist kein Gliedzerrissen.
Hiersein und Dortsein, Leben und Ewigkeit, Alles ist Eins,Alles ein Ganzes, ohne Unterbrechung. Wäre der Blick