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8 (1837) Das Reich Jesu auf Erden
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meines Auges scharf genug, ich würde in dem kleinen Samen-korn, welches ein schwacher Grashalm verdeckt, schon die Riesen-tanne erblicken, welche nach hundert Jahren ein ganzes Thalüberschattet. Alles ist Fortschrritcn, Alles ist Entwickelung.

Ein Trieb des Lebens, eine geheime Kraft der Beseelunghat Gott durch das weite Weltall ausgcgossen. Und wir nehmendiese Kraft, dies Allbeseelende, unaufhörlich wahr; aber wieselten achten wir ihrer! Diese Kraft, die in Allem wohnt, er-neuert unaufhörlich 'die Gestalten der Dinge, die da zerfielen.Sie wirkt mit außerordentlicher Gewalt aus jedes Samenkornsinnerm Keim, zieht Nahrung aus allen Elementen, schließtlängst verwitterten Staub an sich, breitet ihr Leben in ihmaus, und stellt eine neue Pflanze dar, deren Schönheit unserAuge in den Tagen des Frühlings cntzücht, deren Farbenglanzuns blendet, deren Wohlgcruch uns erquickt, oder deren Früchteuns nähren mit Wohlgefallen.

Dieser Lebenstricb wohnt in allen Theilcn thierischer Wesen,so, daß der Theil kaum getrennt ist vom Ganzen, als er auch,mitten in der Verwesung, schon wieder ein neues Leben ent-wickelt. Er ist es, der im modernden Staube sich regt, unddiesen in zahllose kleine Würmer verwandelt, die sich endlichwieder auslösen, um aus ihrer Fäulniß der ewig schaffenden,rastlosen Lebenskraft neuen Stoff zu neuen Geburten zu geben.So geht es in's Unendliche fort. Die Formen zerfallen, ver-mindern sich; aber das Leben dauert fort, und beseelt den ver-wehenden Staub von Neuem. So ist unser irdischer Leib vonneuem Lcbenstriebe durchdrungen. Auch in dem geringsten seinerTheile ist die durch'ö Weltall ausgegossene wunderbare Kraft vor-handen. Sie steht in Dienstbarkeit unsers Geistes, so lange derselbeden Leib bewohnt. Für ihn beseelt sie die zartfühlenden Nerven;für ihn rollt ste das Blut durch die labyrinthischen Gänge der' Adern; für ihn saugt ste Nahrung aus den Elementen, glänztsie im Auge, athmet ste den Duft der Bleichen, und führt stedie Töne der Außenwelt bis in das Innerste des Gemüths.

Wenn aber das Unsterbliche die irdische Hülle übcrtrifft;wenn dies denkende, frciwollende, selbstthätig und nach eigenen