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Irdischen quält, erheben. O du gesunkener Mensch, wärestdu dein Jugendbilde der höchsten Vollendungtreu geblieben, du würdest auch heute noch denVorschmack des Himmels empfinden.
Aber du bist von dir selbst abgefallcn, und dem Bessern indir treulos geworden. Du fandest nicht bei andern Menschendie Vortrefflichkeiten alle, welche du anbetetest; darum vergaßestdu dich, wurdest gemein und schlecht, wie Andere, und oftwohl noch schlechter als sie. Darum wich dein Himmel von dir.
O Gott, mein Gott, Du Schöpfer der Himmelswonnenim Erdenstaube! Auch ich war selig. Und ich kostete den Vor-schmack höherer Seligkeiten. Ach, wie einst den ersten Menschen,nach Deinem Ebenbilde geschaffen, gibst Du mit unerschöpflicherHuld jedem Menschen noch heute sein Paradies. Wie lange eres bewahren will, steht bei ihm. Er hat es, so lange er tugend-haft ist, Deinen Willen erfüllt, reines Herzens ist, und dasGöttliche in sich nicht entweiht. Aber die finstern, unreinenBegierden nach äußerm Gluck vertreiben ihn aus dem Eden —und er kann Dich nicht mehr schauen. Sein Blick hängt gierigam Staub der Erdenwelt, gleich dem Blick des vernunftloscnThieres, und richtet sich nicht zum Himmlischen empor, wie dersoll, welcher geschaffen war nach Deinem Ebenbilds.
Zum andernmal ward uns der Weg zum verlornen Paradiesewieder aufgethan, Wclterbarmer, Heiland, Göttlicher, durchDich und Dein Wort! Warum verschließen wir vor DeinerStimme unser Ohr? Es ist ja aller Menschen einziges Streben,vollkommen glücklich zu sein; schon in Kinder-, schon in Jüng-lingstagen gewährt uns der Zauber der Tugend den Vorschmackder höchsten Seligkeit — warum verstehen wir nicht, o Jesus,Deine Weisheit in dem Worte: Selig sind, die reinesHerzens sind, denn sie werden Gott schauen!