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8 (1837) Das Reich Jesu auf Erden
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Kindheit auch auf deine spätem Tage herüberzuziehen. Werdein deinem Innern wie damals: einfach, fromm, genügsam,versöhnlich, liebend, und der einmal empfundene Vorgeschmackdes Himmels beseligt dich wieder. Du Haft Jesum verstanden,dessen Worte du vielleicht schon vielmals gelesen, aber nieganz in ihrer hohen Weisheit begriffen hattest.

Es sind aber ihrer Viele, welchen das Glück einer freudigenJugendzeit, durch Krankheiten, Grausamkeit von Stiefältem^oder andere Unfälle oft vermindert worden ist, also, daß siejene Jahre kaum zu den schönem ihres Daseins zählen mögen.Und welches war denn nun wohl der schönste Punkt in deinemübrigen Lebenslauf? Vielleicht derjenige, welcher dir die Liebeverklärte, als die höhern Tage gekommen waren, da du alsJüngling, als Jungfrau, die ersten freien Schritte in die Welthinaus thatest? Du gedenkest noch der Stunden deiner stillenTräumereien, deiner Hoffnungen, deiner Sehnsucht. Erde undHimmel verschönerten sich in den unaussprechlichen Gefühlen,die damals dein Herz bewegten. Dein Gedanke war, was duliebtest. Alles, was mit diesem verbunden war, hatte für dichhohem Werth. Ein Blick konnte dich beseligen; das einfachsteGeschenk war dir unschätzbarer, als ein Thron, die erste Blumeaus der geliebten Hand hättest du um keine Juwelen vertauscht.Du tratest zum andernmal in den Himmel deiner Kindheitzurück, aber mit neuem Sinn und Geiste. Wie fandest du allesgöttlicher als sonst, und an dein, was du liebtest, so hoheTugenden! Wie schienst du dir selbst voller Demuth oft derGegenliebe ganz unwürdig; wie strebtest du dich zu vervoll-kommnen , und durch würdigere Eigenschaften zu gefallen! Wirviel Wonne lag oft noch selbst in deinem Kummer, wie vielTrost in deinem eigenen Schmerz! Welche edle Entschließungengingen damals in deiner Seele auf wie schämtest du dichjeder Unanständigkeit, jedes Lasters!

Auch ich war einst selig! ruft Mancher, in welchem dieErinnerung an jene verschwundenen Augenblicke wieder auf-blüht: ich war selig! aber es war ja doch nur ein Rauschmeiner Einbildung, ein thörichter Selbstbetrug Nur zu bald