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haben, beständig Kinder zu sein. Wer möchte dies auch wollen?Wer möchte wieder in jenen Traum zurückkehren, aus welchemwir jedes Kind sich begierig hmwegsehnen sehen, um die Freudender Erwachsenen theilen zu können? Es wäre traurig, wennes kein höheres Lebensglück gäbe. Denn dieses können wir nichtwieder zurückzaubern. Das würde ich das Höchste nennen, wasder Mensch von entschlossenem Wollen sich zu jeder Stunde er-neuern könnte.
Und endlich prüfen wir dochwecht genau, was uns als Kindbeseligt hat. War cs das Aeußere, was uns umgab? war esGold, Pracht und Ehre ? — Ach nein ! Auf einem Sandhaufendünkten wir uns reicher, als ein König; mit wenigen Brettchenbauten wir uns Paläste; ein Bildchen erfüllte uns mit Ent-zücken. Wie kam das? Gewiß lag der Oucll der Freude nichtdraußen, sondern offenbar in unseun Innern. Wir waren zu-frieden mit dem, was wir hatten, und sogen, gleichsam wiedie Biene, auch aus der kleinsten Blume einen Honig. Wirwaren harmlos um den kommenden Morgen; dennwir dachten, jeder Tag werde schon das Seinige bringen, undsorgten nur um den heutigen Tag. Wenn wir Nahrung undKleider hatten, so ließen wir uns genügen. Wir waren leichtenSinnes, und ob wir gleich damals in unfern kleinen Verhält-nissen so gut wußten, wie jetzt in unfern größern, daß viel Un-angenehmes durch das Leben laufe, manche Thräne geweint,manche Angst erfahren werden müsse, klebten wir doch mitunfern Gedanken nie lange an dem, was uns Unlust erweckthatte; hingegen nach einer übcrstandenen Furcht nur desto innigeran der Erlösung von derselben; freuten uns nach dem erlittenenSchmerz desto herrlicher über das Bessere, was demselben folgte.Darum waren wir fast immer froh. Wir waren froh, weil wirnichts fürchteten; und wir fürchteten uns nicht, weil wir einreines Herz, ein freies Gewissen hatten. Denke dochjeder zurück an die bittersten Augenblicke seiner Kinderjahre!Gewiß sind cs doch nur die gewesen, da wir zum erstenmaletwas Unrechtes begangen hatten, und nun die Offenbarungdesselben besorgten, und Angst vor der Strafe fühlten. Aber