und werden zuweilen mürrische, mißvergnügte Leute, denennichts recht geschieht, werden Menschenfeinde und Lebensfeinde,weil sie die Freude noch nie recht gekannt haben.
Wohl gibt es viele Andere, schon weiser als Jene, welche,gestärkt durch Religion, oder gehoben durch edlere Gefühle,dem irdischen Leben seinen Werth nicht abläugnen. Allein siebeklagen die Flüchtigkeit des Genusses. Auch ich war einst innigselig, spricht Mancher; da empfand ich den Vorschmack desHimmels. Ich war in Vergnügen aufgelöftt. Aber — wieschnell verflog mein Traum! Ja, ein Traum war Alles. Dennnun liegt es weit hinter mir im Reich der Vergangenheit, wieein verblassender Schatten. Kaum werde ich davon nur nochdie Erinnerung haben. Dann wandere ich durch das Einerleides Alltagslebens hin, wie durch eine Wüste.
Jeder denke nur einmal in seine vormaligen Tage zurückund überlege und frage: Welches war wohl die schönste Zeitmeines ganzen Lebens? Welches war wohl der süßeste von allenAugenblicken, den ich genossen ?
Hier denkt mancher an die harmlosen Stunden undSpiele der Kindheit; da war uns gleichsam Alles in einschönes Morgenroth gehüllt; da war eine große Kleinigkeitunser bester Schatz, eine Blume unser Kleinod, ein Spazier-gang unser Himmel. Alles hatte damals für uns eine höhereBedeutung; unsere eigene frohe Seele belebte selbst das Leblose,und hielt Gespräche und Freundschaft mit dem, was unsere 'Liebkosungen nicht erwiederte. Mit glücklichem Leichtsinn hüpftten wir über die Dornen des Weges hinweg, den mir wandelten,und was uns verwundete, war eben so bald wieder vergessen,als die darüber geweinte Thräne. O welche glänzenden Aus-sichten gaukelten da vor uns in die Zukunft! Was erwartetenAndere von uns, was erwarteten wir nicht von uns selbst,wenn wir erwachsen sein würden! Ja, es war die glücklichsteZeit meines Lebens! ruft Mancher.
Ich glaube es dir. Doch ernsthaft betrachtet, finde ich,daß jedes Lebensalter seine eigenen Freuden habe, die Gott zumGenüsse hineinlegte. Wir können doch unmöglich die Bestimmung