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mit Andern sehr peinlich, wenigstens schlecht ergötzend findet;da er sich nach dem Bessern sehnt; da er, in Betrachtung übersich selbst und den Werth seines bedeutungslosen Daseins ver-tieft, etwas Besseres ahnet und mit Sehnsucht begehrt.
Und — doch ergreift er es nicht. Denn oft scheint es ihmunglaublich, daß er es im Schoos? der höchsten Weisheit, imHeiligthum der Religion suchen solle. Er hat vor seiner eigenenReligion selbst zu wenig Achtung. Sie ist ein verworrenesGewebe von dunkeln, unzusammenhängenden Vorstellungen,die er aus den Kinderzeiten etwa noch im Gedächtnis» bewahrt,aber nie weiter durchdacht und geordnet hat. Er wundert sichwohl über die Leute, die darin so außerordentliche Dinge zufinden behaupten, lächelt vielleicht recht mitleidig dazu, und —kehrt mißvergnügt zu seiner bisherigen Lebensart, zu den ge-wohnten Unterhaltungen zurück, und wird doch des Lebensdarin nie froh, und derselben nur zu bald satt.
Freilich, darin hat er Recht: das zusammenhanglose Ueber-bleibsel von erlernten Sprüchen und Sätzen aus den Kinder-tagen, was er seine Religion nennt, und was er eben so schnellbeseitigte, als er einmal die alten Kirchengebräuche, bloß weiles noch die Uebung mit sich bringt, mitgemacht hatte— das isteine armselige Religion. Es ist aber auch dies nichts weniger,als die Religion, welche Jesus Messias uns geoffenbaret hat;denn diese ist kein Gedächtniß - — kein Gewohnheitsgeschäft: ^
nein, eine lebendige Kraft-des Göttlichen im G.müthdes Menschen.
Und so gehen Tausende dahin und treiben sich elend herumim Leben mit ihrem Handwerk, ihrer Kunst, ihrer Gelehrsam-keit, ihrer Handlung, und lassen sich in Kriegs- und Friedens-ereignissen von allerlei unbeständigen Lustbarkeiten und langeschmerzenden Unfällen verzehren. Sie überlassen ihr Glück,ihre Zufriedenheit dem Zufall, wie er es bringt und nimmt;glauben, sie können es nun doch nicht ändern; vermuthen garnicht, daß dauerhaft glücklich zu werden, schon auf Erden denVorschmack des Himmels zu empfinden, in eines Menschen Ge-walt liegen könne. Sie verachten zuletzt heimlich jede Freude/