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8 (1837) Das Reich Jesu auf Erden
Entstehung
Seite
139
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Kinder sind. Jedem ist es erreichbar, und darum ist es Jedemdas Höchste und Theuerste.

Auch dem Fürsten bleiben, umgeben von aller Macht, nochtausend Wünsche übrig; und hättest du Schätze auf Schätzegehäuft, du würdest noch immer nach andern Dingen geizen;und hättest du Kenntnisse gesammelt, wie Keiner, deine Wiss-begierde würde noch weiter streben. Nie ist der menschliche Willegesättigt; nie hat er dessen genug, worauf seine Leidenschaftgerichtet ist. Dies aber beweiset nur,'daß das, was er hat,noch nicht das höchste und letzte und wahre Gut sei.

Kennst du den Frieden der Seele? Jene Ruhe des Gemüths,wo du, versöhnt mit dem Himmel und der Erde, dich überalle Gefahr erhaben fühltest, und keine Wünsche mehr hatt.st?Kennst du jene selige Stille des Herzens, wo du ohne Vorwurfgegen dich selbst, nur das Bewußtsein schon erfüllter Pflichtenund das Bewußtsein der göttlichen Huld empfandest wo Hoch-achtung deiner selbst dich adelte, von Menschenfurcht befreite;wo selbst der Tod, wäre er erschienen, dir deine Zufriedenheitnicht gestört haben würde? Dies war die Wirkung deinerTugenden, dies der Lohn deines reinen Gewissens dieswar Genuß des höchsten Gutes.

Ein Glück aber, das vom Sturm des Schicksals, von einemHauch der Umstände hinweggeblasen werden kann, wie eineSeifenblase nein, dies kann das Letzte und Höchste nichtsein. Alle Zeiten sahen von jeher vertriebene Fürsten; Reiche,die den Bettelstab erwählen mußten; berühmte Männer, diezur Verachtung niedersanken. Kann das unser höchstes Ziel sein,was durch unbedeutende Ereignisse verwischt werden kann? Un-möglich! Das ist noch nicht das Letzte, was noch den Wunschfester Beständigkeit und Unzerstörbarkeit übrig läßt.

Die Tugend aber macht unter allen Lebensverhältnissen denMenschen glückselig, und hört nie auf, ihn mit ihren stillenFreuden zu krönen. Sie gewährt in allen Lagen Zufrieden-heit mituns ! Sie lächelt unter den Thränen des Schmerzes;sie füllt die Brust des Armen mit Entzücken, dem ein BissenBrodes das einzige Gastmahl ist, und ein Trunk Wassers kost»