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8 (1837) Das Reich Jesu auf Erden
Entstehung
Seite
138
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der Seufzer des Verdrusses folgt ihnen nach. Das fröhliche Lär-men der Gäste verstummt; Todesstille folgt ihnen in den leerenSälen; der Genuß des Gaumens, kaum beendet, ist vergessen.Der mit Blumen bekränzten jugendlichen Tänzerin windet maneine Todtenkrone, und der feurige Jüngling geht nach Jahrenvor Alter zitternd am Stabe einher. Alle Lust der Erdevergeht; wer aber den Willen Gottes thut, derbleibet in Ewigkeit.

Nicht das wir sie verschmähen sollten, des Lebens verschiedeneFreuden nein, auch sie sind uns von Gott gegeben! Aderwir sollen als Weise, als Christen ihnen keinen höhern Werthbeilegen, als sie haben. Sie sind flüchtig, vergänglich, gemachtden Augenblick zu versüßen; aber sie sind nicht das letzte, schönsteZiel, dem wir nachtrachtcn müssen. Sie sind vorübergehendeErquickungen, Reizmittel unserer Thätigkeit, aber nicht dashöchste Gut. Dies ist nur das Göttliche, es ist die Tugend.

Gott ähnlich werden in Heiligkeit; vollkommen werden,wie unser Vater im Himmel vollkornmen ist; die Menschenlieben und beglücken, wie er sie aus Liebe beglückt; Zufrieden-heit, Freude und Segen um uns verbreiten, wie er, der seine

Sonne scheinen läßt über den Gerichten und den Sünder-

das heißt den Willen Gottes thun. So hat ihn uns Jesusgeoffenbaret. , ^

Nur Tugend ist von allen Gütern das höchste Gut. Zudiesem hat der Schöpfer allen seinen Kindern die Laufbahn ge-öffnet ; hier hat der Fürst keinen Vorzug vor dem Bewohner derärmsten Hütte, der Reiche nicht mehr Gewalt als der Dürftige;Alle haben, um die Palme des Sieges zu gewinnen, die gleichenMittel, die gleichen Kräfte.

Gelehrsamkeit mag für den Talentvollen, der Thron fürdm Fürstensohn, Ruhm für den Geschickten, Ansehen für denBegüterten, Reichthum für den Einzelnen sein, den Umständebegünstigen Mannigfaltigkeit der Zustände soll im Leben sein;verschieden sollen die Gaben verthcilt fallen, daß Einer demAndern diene aber das Göttliche, das höchste Gut, istallgemein, wie Gott allgemeiner Vater ist, wie wir alle seine