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8 (1837) Das Reich Jesu auf Erden
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Es mag Manchem diese Vorstellungsart viel Wahrschein-liches haben; aber ich frage ihn, ob er sich dabei glücklich undruhig fühle. Er wird mit Nein antworten, denn wenn er ausGott die Liebe wegzweifelt, steht er verlassen in der Welt daund trostlos, und Alles ist ihm ein finsteres Räthsel. Er läugnetGott nicht, aber die Möglichkeit, sich von demselben einenwürdigen und der Wahrheit angemessenen Begriff zu bilden.

Unglücklicher, du bekennst, bei deiner Vorstellungsart dichselbst nicht wohl zu fühlen; woher kommt dies? Weil du mitdir selbst, oder deine Vernunft in sich im Widerstreit lebt.Bringe diese Vernunft mit dir selbst und dem Weltganzenwieder in Harmonie, und deine Ruhe ist hergestellt.

Wahr ist es, ich kann Gottes Wesen nicht im kleinstenUmfang erkennen aber wahr ist es, Gott ist, so gewiß,als du selbst bist. Und ist er, so wird deine Vernunft hinzu--fetzen: er ist das vollkommenste aller vollkommenen Wesen.Denn das Unvollkommene ist etwas Ungöttliches.

Nun ist es sicher, daß die Vernunft, um sich eine Vorstel-lung vom höchsten Wesen zu machen, demselben keine aus demIrdischen entspringenden Gefühle und Leidenschaften beilegendarf keinen Zorn, Haß und Groll, keine Grausamkeit oderRache. Aber warum nennt sie ihn denn das vollkommenstealler Wesen, wenn sie ihm nicht die höchste Vollkommenheitzueignet, die sie kennt? Warum zerfällt sie mit sich in quälen-den Widerspruch? Warum zittert sie, dem höchsten Geiste diehöchsten Vollkommenheiten zuzuschreiben? Wie will sie Gottanders kennen lernen, als aus seinem großen Wirken in derSchöpfung und als aus der Natur der Geister? Gab Gott unsnicht die Vernunft? War er es nicht, der sich allen Zeiten undVölkern durch sie offenbarte? Sehen wir nicht seine Werke voruns, in denen er uns einen, wenn auch noch so geringen,Maßstab gegeben hat?

Willst du ihn dir nicht in den Vollkommenheiten einesGeistes denken, so denkst du ihn dir gar nicht; so machte Gottdeine Vernunft zur Lüge, und umringte dich mit zwecklosenGaukeleien; so denkst du dir ihn als ein todtes und doch das