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8 (1837) Das Reich Jesu auf Erden
Entstehung
Seite
105
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Juden redeten, nach jüdischer Denkart reden mußten, um vomVolke verstanden zu sein.

Es ist wohl diese unedle und mit der Allmacht und AllwcieheitGottes unvereinbare Vorstellung keiner Widerlegung würdig.Es ist kein Gott außer Gott! Nur er allein, und kein anderesWesen, hat Recht über das Lebendige und Tobte; nur er alleinordnet die Schicksale der Welten und des geringsten Wurmes imStaube.

So denkt der Christ. Aber leider ist die Vorstellung vielerChristen von der allliebenden Gottheit darum nicht edler, oftsogar wer sollte es glauben? noch viel unreiner, als derGedanke des Heidenthums. Wenn sich der Heide die Nebel desLebens nicht unter der Liebe Gottes zusammcndenkcn konnte,.erfand er sich zur Erklärung des Widerspruchs eine zweite Gott-heit, ein böses Wesen, aber er beschuldigte nicht den Gott derGüte des Bösen, und maß ihm keine unwürdige menschliche, odervielmehr thierische Leidenschaft bei. Hingegen viele Christen, weilsie doch nur an das Dasein eines einzigen Gottes glauben,und weil sie doch die mancherlei Plagen der Menschheit crbl-cken,erklären sich dieselben damit, daß sie diesen Gott den zornigen,eifrigen, rachsüchtigen, unerbittlichen Gott nennen,der die Fehler eines Augenblicks (denn was ist das Leben einesMenschen, als ein Augenblick?) mit den Qualen einer Ewigkeitstraft, und die Sünden der Väter selbst an der ganz unschuldigenNachkommenschaft rächt, welches, wenn es eia Mensch thunwürde, ihm mit Recht zum verabscheuungswürdigstcn Verbrechenangerechnet würde.

Diese Vorstellung vom Allerhöchsten stammt noch aus demKindheitsalter der Welt, da die Menschen sich Gott noch nichtviel besser als einen allmächtigen Menschen verstellten, und ihnsogar in Menschengestalt abbildeten. se unwürdige Vorstellungstammt noch aus jenen Zeiten her, da Moses zu den Israelitenredete, wie er zu ihnen reden mußte, um auf ihr rohes Herz Ein-druck zu machen. Denn was waren die Kinder Israels, als sie ausAegypten geführt wurden? Waren sie nicht unwissende, roheSklaven, ohne Belehrung, ohne Erziehung, nur der Dienstbar-