Ich sollte drittens auch die Erfahrung befragen, obstevon Erscheinungen der Seele nach dem Tode wisse. Aberkönnte die Erfahrung jemals anders sprechen, als Jesus selbersprach, und als die Vernunft redet? Nur unwissende, roheVölker, nur nervenkranke oder furchtsame Personen, nur Leutemit sehr lebhafter Einbildungskraft trieben sich von jeher mitFabeln und Mährchen von Gespenstern und Geistern umher;niemals aber weise, erleuchtete Völker; niemals einstchtvolle,erfahrene, muthige Männer.
Fern sei also von mir der unchristliche , den Aussprüchenmeines Jesu widerstreitende Glaube an Erscheinungen der Todten,an Geister, an Kobolde, an Jrrgeister, an Höllengeister, undwas für Namen man diesen Erfindungen und Hirngespinstenerhitzter Phantasien gab. Fern von mir sei dieser unchristlicheGlaube, der als Aberglaube von dem gemeinen Volke der Judenund Heiden nach ihrer Bekehrung zum Christenthume mit in dasShristenthum überging.
Es ist nicht genug, daß wir uns selbst frei machen don diesenfalschen, der Würde Gottes zu nahe tretenden Einbildungen;wir müssen vor allm Dingen uns bemühen, auch die zartenKinder vor solchen zu bewahren, weil Kinder bei der Schwächeihres Verstandes und bei der Lebhaftigkeit ihrer Einbildungohnehin großes Gefallen an solchen Mährchen haben. Wir sollendarüber wachen, daß ste nicht vom unwissenden, oft sehr aber-gläubigen Hausgesinde vor Erscheinungen furchtsam gemachtwerden, die ste doch nie erblicken können und werden. DieseSchreckhaftigkeit, welche auf ihre zarten Nerven übel einwirkr,ist sonst unfehlbar für ste die Duelle vieler bitterer Stunden.
Deine Lehre will ich retten, o Du göttlichster Lehrer, Jesus,und den Glauben an Dein Wort. Sv wie Du einst gegen dieabergläubige Furcht Deiner Jünger eifertest, so ist es jedeswahren Christen Pflicht, den Aberglauben zu zerstören, woer ihn findet, damit Jeglicher weiser, freier, furchtloser, wahr-heitvoller und reiner werde, und sich, von den Schlacken desJrrthums losgebunden, im Geiste zu Dir erheben könne, ewigerGeist der Wahrheit, des Lichts uns Lebens!