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8 (1837) Das Reich Jesu auf Erden
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altvettelische Fabeln, vor welchen Paulus seinen SchülerTimotheus warnt. So sahen sie das Sinnlose und Thörichtedieser Einbildungen ein, und nannten es mit Recht einen Aber-glauben, der die Würde des allerhöchsten Wesens im Menschenentweiht.

Denn welchen Begriff sollte ich mir von der unendlichen Weis-heit Gottes machen, wenn ich glauben wollte, er habe den Seelennach dem Tode keine höhere Bestimmung gegeben, als zuweilenLn der Nacht irgend eine alte, furchtsame Person, oder irgend

einen armen, unwissenden Menschen zu erschrecken?-Wie?

hat die unsterbliche Seele jenseits des Grabes kein wichtigeresGeschäft , als ein Popanz und Schrcckbild einfältiger Sterblicherzu sein? Nein, solche Vorstellungen, so ungereimt sie sind,eben so unwürdig sind sie in Rücksicht der Gottheit, der Allesliebenden, der Alles weise ordnenden Gottheit. Nein, der Vaterim Himmel theilt unsere Thorhciten nicht mit uns. Er will, daßwir ihn in seiner höchsten Weisheit anerkennen. Wahrlich, erweiset den Geistern der Verstorbenen einen ernstern Wirkungskreisan, als nächtlichen Unfug und Gespensterei zu treiben, wie derunwissende mit seinen eigenen Einbildungen sich quälende Menschwähnt.

Auch sind allö für wahrhaft ausgegebenen Erzählungen vonGeistererscheinungcn in sich selbst voller Thorheit. Die Er finderdieser Mährchen sahen nach ihrer Einbildung nicht nur die ab-geschiedene Seele in einem neuen Leibe, sondern sogar Ln neuerKleidung nach Landessitte, wie sie der Handwerker oereitet.Niemand will noch einen nackten Geist erblickt haben. Wennnun auch die Seelen der Menschen erscheinen können: habendenn irdische Kleider auch Seelen, daß sie mitterscheinen? Oderwer arbeitet für Geister nach dem Tode Kleidungsstücke, nachSchnitt und Farbe, wie sie ein Verstorbeuer zu tragen pflegte?

Doch genug des thörichten Unsinns. Ich mag in der Be-trachtung desselben nicht länger verweisen. Es stört die Würde,die Heiligkeit meiner Andacht, die ich nur den ernstesten, denerhabensten Gegenständen weihe.