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8 (1837) Das Reich Jesu auf Erden
Entstehung
Seite
95
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zweifelt doch nicht, es würde auf die sonnenhellste, widerspruch-loseste Weise geschehen sein. Wir würden göttliche Offenbarungenempfangen haben; wir würden Offenbarungen kennen, die keinSterblicher zu bestreiten fähig wäre. Denn ohne besondereOffenbarung ist keine Kenntniß vom Zustand der abgeschiedenenSeelen möglich. Die bloße menschliche Vernunft ist ein zu mattglimmendes Licht, um jene Finsternisse jenseits der Todesstundezu erleuchten.

Wenn uns Menschen also, arme, kurzsichtige Sterbliche, vonihrer stolzen Einbildung bethört, Nachrichten über das Geister-reich, Auskunft von der Beschaffenheit der Seele nach dem Todegeben wollen,wenn kurzsichtige Sterbliche es über sich nehmen,von demjenigen, davon Jesus Christus selbst nicht ohne Absichtschwieg, und wovon keine göttliche Offenbarung jemals kundgethan hat, den Menschenkindern Licht und Offenbarung zugeben : o so zweifelt doch nicht, daß die Menschen, welche sichvermessen, mehr zu thun, als Jesus unser Heiland that, unsnur statt der heiligen Wahrheit nichtige Schwärmerei, statt derOffenbarung nur ihre Träume mittheilcn. > Die heiligeSchrift selbst warnt sie vor ihrer Thorhcit, vor ihren Ein-bildungen, vor jenen Muthmaßungen und hohlen Fabeln vomZustande der Seele nach dem Tode, von Gespensterscheinungen,Enträthselungen der Dinge jenseits des Grabes, Erforschungender Zukunft und dergleichen, (t. Tim. -1, 7.)

So gleichgültig freilich immerhin das Glauben oder Nicht-glauben der Todtenerscheinung in Rücksicht der Religion selbstsein mag, die darüber nicht ausdrücklich verordnet hat, ist es dochnicht ganz gleichgültig, insofern dieses Glauben oder Läugnen derGeistererscheinungen großen Einfluß auf die Gesundheit unsersLeibes und unserer Seele haben kann.

Merkwürdig bleibt es immer, daß zwar die Erscheinungabgeschiedener Seelen schon in den allerältesten Zeiten geglaubtworden ist, aber auch immer nur bei Völkern, die durch ihrenAberglauben oder ihre Unwissenheit bekannt waren. Eben soist es merkwürdig, daß auch zwar heutiges Tages noch vieleMenschen an das Erscheinen der Gespenster alauben, aber immer