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8 (1837) Das Reich Jesu auf Erden
Entstehung
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keit erhalten, der Seele zu dienen, würde er aus der Ohnmachtin den Tod übergeglittcn sein, ohne andere Empfindungen. Indem gleichen Zustande befanden sich alle diejenigen, welche beistrenger Winterkälte erfroren, und dennoch wieder in das Lebenzurückgerufen wurden. Ihre Glieder erstarben, während ihrBlut immer langsamer floß, und endlich durch den Frost er-starrte. Sie empfanden nichts, als eine unüberwindliche Schläf-rigkeit und Neigung, sich niederzulegen, um auszuruhen. Undhatten sie gleich die deutliche Vorstellung, daß solcher Schlaf sichin Tod verwandeln könne, zogen sie doch lieber das Sterben vor,um der Süßigkeit des Schlummers zu genießen.

Gewiß also ist nicht der Augenblick der Auflösung schrecklich,die wenigsten Menschen werden ihn mit Klarheit gewahr: son-dern nur die Einbildungen der Nichtsterbenden sind ihnen selbstdas Furchtbarste. Gewiß nicht das Sterben selbst ist ihnen aberso furchtbar, als der Gedanke: Wenn ich nun kein Mensch mehrbin, sondern die Menschengestalt von mir abgelegt habe, waswerde ich dann sein? Diese Ungewißheit über das Wichtigste,was uns bcvorsteht, erfüllt uns mit Grauen. Erst durch dieseDunkelheit wird uns das klare Tageslicht lieb, von welchem wirumströmt werden; wir gewinnen das lieb, was wir haben,und zittern, das Gewohnte zu vertauschen gegen einen Zustand,von dem wir fast keine Vorstellung haben können.

Hätte die Weisheit des Weltschöpfers aber uns schon rmLeben eine Ansicht dessen gewährt, was uns erwartet: wahrlich,das Grab wäre keine Schranke mehr, und Wenige könnten mit

Ruhe die natürliche Stunde ihres Todes erwarten!-Aber

eben diese Ungewißheiten sind für den ungeduldigen, leicht-sinnigen und oft um Kleinigkeiten verzweifelnden Sterblichendie stärksten Fesseln, welche ihn an das irdische Leben fest;binden, daß er es, als Vorbereitungsfrist, vollende; dieseUngewißheiten sind die Schauer, welche den Tod umringen, daßihn Jeder meidet, dem Wahnsinn nicht die Sinne zerrüttet.

Aber auch diese Ungewißheiten sind nur furchtbar, so langesie noch fern von uns zu stehen scheinen: in der Todesstundeändert sich ihre Gestalt. Da wird, was hinter uns im ver-