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stoffenen Leben liegt, schwankend und dunkel, aber die Zu-kunft und ein neues Dasein wird vom Glanze der Gewißheitumstrahlt. Der Sterbende schließt seine Rechnung mit derWelt ab, segnet noch einmal seine Lieben, und wendet sichvon dem Liebsten hinweg, um sich nun ganz selbst zu gehörenund in das bessere Sein überzugehen. Das Vergangene hatkeinen Reiz mehr für ihn; nur die neue Welt, an derenSchnellen er schon dasteht.
^ Doch nicht für Jeden läßt der Tod seine Schrecken fallen.Mit Recht zittert der Sünder, wenn er ihn in der Ferne, undmit noch größerm Recht, wenn er ihn unausweichlich in derNähe erblickt.
Und wer ist der Sünder? — Jeder, dem das Irdische imLeben Alles, und das Göttliche in demselben nichts ist; Jeder,der für diese Welt hier so ganz lebt, als könne es nie enden;Jeder, der mehr an den Kitzel seiner Sinne, als an die Ver-edelung seines unsterblichen Geistes denkt; Jeder, der für Ver-mehrung seines irdischen Vermögens, für Erweiterung seinesAnsehens, für Lustbarkeiten und Vergnügungen,, für denSchmuck seines Leichnams, für Unterdrückung seiner Gegnerund Nebenbuhler, und überhaupt für das, was ihm von Erden-gütern wichtig ist, Jahre um Jahre verschwendet, inzwischen erfür die Vervollkommnung seiner ewig dauernden Seele kaumAugenblicke anwenden mag.
Dieser stirbt, und seine Seele ist im Tode noch ärmer, alsste einst in der Stunde seiner Geburt gewesen, da sie wenigstensnoch das Kleinod der Unschuld trug. Er stirbt, aber sein Geistist nun ein Nichts; denn das Irdische ist ihm ja Alles gewesen,und er nur ein Werkzeug roher Leidenschaften. Was wird ausder Seele, dieser Sklavin des Leibes, wenn ihr Leib, ihr Herrund Abgott, nun Staub geworden? Wo bleiben im Tode dieGeschicklichkeiten des Körpers, die kunstvolle Sprache der Ge-berden, der gaukelnde Witz der Einfälle, die Fähigkeiten, ändere zuüberlisten und zu verführen, die Mittel sich einzuschmeicheln, dietausend kleinen Kunststücke der Eitelkeit und Gefallsucht?-