Kampf gekämpft; ich habe, so weit meine Kräfte reichten,einen wohlthätigen Lauf vollendet; mein harret auch dieKrone des ewigen Lebens.
Und wenn die letzte Stunde mir endlich alle Bitterkeiten vesTodes, den letzten Kelch der Prüfung, darreicht; wenn meineerstarrende Hand nun nicht mehr die geliebten Seelen segnenkann, die trauernd die Thräne des Abschieds auf mein Sterbekistenweinen; wenn mein Mund, verschlossen, ihnen nicht mehr dasletzte zärtliche Wort einer bis zum Tode treuen Liebe zustammelnkann; wenn das Geräusch der Welt und ihre freundlichen Tönenun vor meinen Augen verstummen: dann — dann, Herr! be-fehle ich meinen Geist in Deine Hände! Freudig wende ich membrechendes Auge ab von denen, die meinem Herzen theuer sind;sie sind in Deinem Schutze. Du bleibest ihnen, wie Du auchmir bleibest in den Gefilden des ewigen Lebens.
Nein, ich fürchte den Tod nicht, o Vater des Lebens;denn der Tod ist kein ewiger Schlaf: er ist der Uebergang zueinem neuen Leben, ein Augenblick großer und herrlicher Ver-wandlung, ein Aufsteiger, zu Dir.
Wohl ist die Thräne verzeihlich, welche wir über dem Sargeeines Lieblings vergießen. Ach, Du Quell aller Liebe, Dudurchblickst unser Herz. Du siehst das weiche Herz der Mutter,wenn es blutet an der Bahre eines Kindes, das im Sterben dieschönsten Hoffnungen mit von hinnen nahm! Du kennst dasbrechende Vaterherz, wenn der Tod eines theuern Sohnes,einer geliebten Tochter, die Glückseligkeit des Lebens vernichtet;aber Dein Geist, der heilige Tröster, durchoringe uns, undlege Kraft in das schwache menschliche Herz! Ach wir sind nurMenschen! Die Gewalt des Augenblicks kann uns beugen,wenn Engel Dich unter ähnlichen Schmerzen preisen würden.
Der Tod unserer Geliebten macht uns endlich unfern eigenenTod süß; er führt uns der ewigen Vereinigung zu. JesuLiebesworte verbürgen uns die freudenvollere Zukunft. Auchwir werden mit unfern Geliebten im Paradiese sein: Amen! oGott, o Vater, es werde wahr! Amen.