Druckschrift 
8 (1837) Das Reich Jesu auf Erden
Entstehung
Seite
82
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er nun die einzige irdische verliert, die er allein kannte unsschätzte? Er geht ins Grab, und dahinten bleiben die fröh-lichen Gastmähler, die glänzenden Ehrenstellen, die kostbarenGewänder, die Schmeicheleien der Anhänger, die Verbeugunggen der Untergebenen, die gehäuften Schätze mit ihren Zinsen,welche nun lüsternen Erben zueilen. Aermer als der Bettlersonst vor seiner Thür, steht er vor den Thoren der Ewigkeiter hat seine Habe verloren: er hatte nur eine Welt, die irdischenur. Was wird aus ihm?

O Religion, o süße Ruhe des Gewissens, und du, innigeGemeinschaft der Seele mit dem Allerhöchsten, verlasse michnie! Wehe, wer erst dann seinen Arm nach euch ausbreitet,wenn alles Andere zerstäubt und nichts wird. Wehe, wer erstdann seinen Blick auf die bessere Welt hinlenkt, wenn die Erdengwelt unter seinen Füßen verschwindet.

O mein Jesus, in Deinen heiligen Offenbarungen will ichleben, in Deinen heiligen Offenbarungen sterben. Seligmachendist die Kraft Deines Wortes, und die Macht des Todes ver-schwindet vor derselben. Ich lebe ja Dir, und werde nichtsterben. Es ist kein Tod, es ist kein Grab! Es ist nur Ver-wandlung und Verklärung. Gott ist kein Gott des Todes; erist das Leben, er schuf das Leben, und mein Geist ist sein Werk.Mein Geist ist Leben, der den Staub beseelte, und ist Leben,wenn die Asche wieder verfliegt, die ihn auf Erden als ein Ge-wand und Werkzeug umgab.

Du, mein himmlischer und mein ewiger Vater, Du Ur-sprung aller Dinge, von dem ich abstamme, zu dem ich zurück-kehre Dir will ich ewig angehören! Süß ist zwar das Leben,aber schreckenlos ist auch der Tod. Mich soll keine Furcht vorihm überwältigen, keine Furcht vor ihm soll mich von Dir undder Tugend abwendig machen. Ich verschmähe die Tage, welcheich nicht mit guten Thaten schmücken, ich verschmähe ein Leben,das ich nicht mit Tugenden verherrlichen kann.

Auch mich, o Gott, auch mich wirst Du einst zu Dir rufen,wenn meine Stunde vorhanden, mein Ziel erreicht ist. Wohlmir, wenn ich dann denken kann: Ich habe einen guten