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ihm beilegen. Das Leben hat nur einen Werth, insofern wir eszur Vervollkommnung unserer Seele, zur Ausrüstung unsersGeistes mit größer» Eigenschaften und zur Beglückung andererMenschen benutzen können. Können wir dies nicht mehr, vcrrschwindet selbst, wie im hohen Alter, die Hoffnung dazu, sobüßt das Leben seinen höchsten Werth ein, und ein neues wirdwünschenswürdiger.
Edle Seelen, ihr kennet noch edlere Güter, als das Leben!Ihr, die ihr in den Heldentod gegangen seid für die Freiheitund das Glück eures Vaterlandes und eurer tausend bedrängtenMitbürger; die ihr für die Wahrheit der Religion Jesu Christimuthvoll den Gang zum Grabe eiltet; ihr, die ihr den Todvorzoget einem Leben ohne Würde, ohne Tugend — ihrwußtet des Daseins Werth. Ihr starbet muthvoll im Armder reinsten Tugend, in der Uebung einer himmlischen That.Euer Tod war beneidenswürdiger, als das Leben von tausendAndern! Vollendete, ihr lehret die Hinterlassenen, wie siehandeln sollen! (Matth. 16, 25.)
Das Leben hat nur einen Werth durch unsere Tugenden,durch das Glück, welches wir Andern gewähren können. Weralso, gleich dem Thiere, nur für seinen Hunger und Durst'durch die Welt kriecht, ohne sein Gemüth für sein künftigesedleres Dasein vorzubereiten; wer nur lebt, um seinen Gaumenmit Speisen und Getränken, besser als ein Anderer, zu kitzeln-—lebt, um seinen Leichnam mit feinem Tüchern zu behängen, alsein Anderer; lebt, um seine Eitelkeit, seinen kleinlichen Stolzprangen zu lassen — flüchtige Dinge, die am Grabe verschwin-den müssen — dessen Dasein ist ohne Werth, und der Verlustdesselben verdient keine Thräne.
Oft ist die allzugroße Anhänglichkeit an dasLeben nur eine allzu große Liebe und Sorge fürdiejenigen, welche wir hinterlassen sollen. Wirschaudern vor dem Tode, weil er uns aus den Armen unsererGattin, unsers Gatten reißt. Wir beben vor dem Grabe, weil,wenn wir hineinsteigen, noch geliebte Kinder dastehen, unerzogenund verwaiset, ohne Beistand, ohne Schutz von uns.