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8 (1837) Das Reich Jesu auf Erden
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sreser Art zerrureen nur Sie Einbildungskraft, uns machen höchstverderblichen Eindruck auf schwache Gemuther.

Der Sterbende empfindet den Tod so wenig, als der Müdedas Einschlafen. Wir haben viele Menschen gesehen, welchemit vollem Bewußtsein auf dem Sterbebette den Augenblick derAuflösung erwarteten, und selbst verkündeten. Man hatte vor,her ihre Einbildungskraft nicht erhitzt, sie entschliefen lächelnd,ohne Angst, wie jeder Christ entschlafen soll, der an Gott glaubtund Vertrauen zu dem Ewiggütigen in frommer Brust nährt.Was die Umstehenden am Sterbebette in den Mienen des Ent,schlafenen sehen, weiß, wer da einschlummert, nicht. EineKrankheit kann schmerzvoll sein, ihr Aufhören nicht.

Wenn wir den Anblick des entseelten Leichnams schauderhaftfinden, wie er da liegt, kalt und starr, bleich und ohne Athem,ohne Theilnahme an unsren Empfindungen, ohne Mitleid mirunfern Thränen, als hätte er nie zu uns gehört, nie uns gekannt:so beruht dies Schauderhafte nur in einer Täuschung unsrer selbst.Prüfen wir uns genau, und es wird uns nicht entgehen, daßwir den Tobten beklagen um das, was er nun alles verloren hauAber er weiß nicht darum. Wir bilden uns ein, wie zärtlich er unsliebte, wie gerne er noch bei uns geblieben sein würde, wie eineunbekannte Hand ihn von uns trennte, und wir vergebens ihnhalten wollten. Aber der Todte weiß nicht darum, und selbstdiese wehmürhigen Gefühle waren in fernen letzten Tagen un»Stunden nie so laut, als sie bei uns Gesunden zu sein pflegen.Er verschwand aus dem Reiche dieses Lebens, und ließ uns seineAsche und Hülle, eine kalte Bildsäule, zurück, die wir einst liebten,da sie beseelt war, die ihm aber nie gehörte, sondern den Elemen-ten wieder zusällt, aus welchen sie nach und nach gebildet ward.

Nicht der Tod, sondern unsere Einbildungen von ihm sinddas Furchtbare. Führe deine Vorstellung vom Sterben auf dreeinfache Wahrheit zuruck, und der Tod wird meistens ferneSchrecken verlieren.

Eine andere widernatürliche Entartung des uns von Gottverliehenen Triebes zum Leben ist die allzugroße Anhäng-lichkeit an das Leben und der allzubohe Werch, den wir

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