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8 (1837) Das Reich Jesu auf Erden
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Schon röthct sich vor uns der Abend, und hinter dem Abendschleicht die Nacht heran. Gern möchten wir wohl stille halten,und der Kühle des lieblichen Abends nsch lange genießen.Weiter! weiter! ruft eine unbekannte Stimme. Wir umklam-mern vergebens, was wir finden, um den Flug unserer Reisezu verspäten. Allein nichts hilft uns; Alles flieht mit uns denschnellen Strom hinab. Die Rothe des Abends verliert sich.Dunkelheit umhüllt die Gegenstände; alles Licht verlöscht; Allesist verschwunden; uüsere Sinne ruhen; die Reise ist gethan.Wir stehen in der Nacht, die Menschen haben uns vergessen.

Dies ist unser Loos, wir kennen es Alle. Du bebst nichtmehr vor der Nacht, aus welcher du in dies Leben hereingegaMgen bist warum schauderst du vor der Nacht, in die du über-Lehen sollst? Ist denn dies wunderbare Spiel deines Daseins-ein eigenes Werk? Nein, es ist die unabänderliche Folgeweiser Anordnungen einer höhern Gewalt.

Was heißt Stsrben? Auslöschen und in süßer Betäu-bung sein eigenes Selbst und alle Erscheinungen des Tagesvergessen, wie einen verdämmernden Traum; überschweben inneue Verbindungen der göttlichen Welt, wie in einen Traum;ringeheu in erhabenere Verhältnisse, und leises Fortschreitenauf der menschlichen Stufenleiter der Schöpfung.

Wir kennen das Jenseits nicht; aber es kann auch keinemSterblichen offenbart und ausgesprochen werden, weil es noth-wcndig alle seine bisherigen Erfahrungen übersteigt, und alleSinne ihm dafür mangeln. Wie würdet ihr auch nur einemBlindgebornen das Entzücken mittheilcn, welches eine schöneGestalt oder der Zauber einer Frühlingsgegend unter Blumenund Morgenröthen in euch erregt ? Wenn die Seele eines Thieresjemals eine menschliche Gestalt, und damit das Licht der Ver-nunft empfinge: würde der neue Mensch sich sehnen, in dasvorige Loos des Thieres zurückzukehrcn, wo es dumpf nur überden gegenwärtigen Augenblick hinbrütete, und nichts wußte,als was jedesmal vor ihm schwebte?

Warum fürchten wir also den Tod, den gewissen UeberganZzum Bessern? Warum scheint uns neben demselben daS Dasein,