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Den süßen Tod des ruhigen Alters zu sterben, unter from-men Kindern und Enkeln an Entkräftung einzuschlummern; istwohl Jedermanns heimlicher und offener Wunsch. Er wirdselten erfüllt. Selten, weil wenige Menschen verstehen, sichein gesundes und glückliches Alter mit ihren früher» Tagenvorzuberciten. Die meisten halten mit der ihnen von Gott ver-liehenen Lebenskraft in den jugendlichen und reifern Jahrenübel Haus. Sie verschwenden zu viel davon, bald durch Un-vorsichtigkeit in Bewahrung ihrer Gesundheit, bald durch dieGewalt der Leidenschaften, welchen sie sich überlassen. Nichtsreibt die menschliche Kraft schneller auf, als Leidenschaft; dieunglückselige Neigung zum Zorn, zum Haß, zum Neid, zurthierischen Wollust. Nichts befördert sicherer zu einem hohenAlter, als heitere Gleichmütigkeit im Glück und Unglück,wenn man nie im Uebermaß Furcht oder Freude empfindet. —Theils diese Verschwendung unserer Lebenskraft, theils an-gcerbte innere Neigungen zu einer oder der andern Krankheit,theils Ursachen zu Todeskrankheiten, die wir ohne eigenes Ver-schulden, durch Ansteckung, Witterung und andere Umstände,empfangen, bringen uns meistens früher, als wir hoffni undwürsschen, auf das Sterbebett.
Es geschieht gewiß sehr mit Unrecht, wenn man sich davorfürchtet, während einer Krankheit seine endliche Auflösung mitGewißheit vorauszusehen. Zwar die Krankheit selbst hat viel-leicht zuweilen schmerzliche Augenblicke. Aber doch wissen wir,daß körperliche Schmerzen aller Art ihr gewisses Maß haben,welches sie nie überschreiten mögen. Sie können anhaltend,aber dann nie von unmäßiger Größe sein. Erreichen sie denhöchsten Grad, so verlieren sie sich in Betäubung, wo mannichts empfindet. Es gehört nicht immer Todeskrankheit dazu,um große Schmerzen zu erzeugen. Wie viele Menschen littendurch Zerschmetterung und Verstümmelung ihrer Gliedmaßen beialler übrigen Fülle der Gesundheit mehr, als tödtliche Krank-heiten Leiden verursachen können! Demungeachtet wurdensolche Unglücksfälle, und oft mit bewundernswürdigem Helden-muthe, überstanden. Ja, die meisten Krankheiten, welche für