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8 (1837) Das Reich Jesu auf Erden
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I

. 8 . ' .

Ist ein langsames oder plötzliches.Hinsterbenwünschenswürdiger?

Zweiter T h e i l.

Jeremias 3t/ 25.

ES ist noch eine Ruh' vorhanden;

Auf/ müder Geist/ und werde Licht!

Du seufzest hier in deinen Bande»/

Und deine Sonne scheinet nicht.

Sieh auf zu Gott/ der dich mit FreudenVor seinem Thron wird schöner kleiden;

Und dir/ den er unendlich liebt/

Verklärung/ statt des Staubes gibt.

ES ist noch eine Ruh' vorhanden;

Auf/ müder Geist/ ermanne dich.

Gott selber löset deine Banden/

Und führt zum Heiligthume dich.

Bald ist dein schwerer Kamps vollendet/

Bald/ bald der saure Lauf geendet/

Bald winkt der Siegeskrauz dir zu:

Geh' ei»/ geh' ein zu deiner Ruh'.

Äöenn auch Viele sein mögen, welche, stände ihnen die Wahlfrei, einst schnell, ohne die Bitterkeit des Todes zu sehen, dahinsterben möchten: sind doch gewiß noch viel mehr, deren Wunschist, sich, wenn auch schon auf einem langen und schmerzlichenKrankenlager, zum Empfang ihrer letzten Stunde vorbereitenzu können. Auch sterben wohl die meisten Menschen auf dieseWeist; nm.- wenige plötzlich dahin, von einem unerwartetenSchicksal getroffen.

Der süßeste von allen Toden ist unstreitig der eines hohen,frommen, ehrenvollen Alters, wo mit allmälig verschwundenenKräften die Lebensliebe erloschen ist, und der Geist sich zueinem bessern Sein hinübersehnt. Da ist das Leben ein nachund nach verglimmendes Licht, welches so lange, wenn gleichdunkel, brennt, bis der letzte Tropfen Oel in der Lampe ver-zehrt worden.