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Ungehorsam und Bosheit aller Art lange genug betrübte, wennihr nun dem Unwesen ein Ende machen wollet, wenn ihr nunmit der längst gedrohten Strafe erscheinet, wenn es nun ausFurcht vor der Strafe weint und bereut, würdet ihr es eben svbelohnen, erfreuen, als das folgsame, fleißige Kind, welchesbeständig mit der zärtlichsten Liebe zu euch euern Willen voll-brachte? — Euer Gerechtigkeitsgefühl würde sich dagegensträuben. Wie könnet ihr den Allgerechten für ungerechterhalten, als ihr selber sein möchtet? Wie wird eine von derAngst erpreßte Reue des Augenblicks gleichen Werth habenkönnen mit einem ganzen tugendhaften Leben? Christus selbsthat uns vor diesem Jrrthum mit hohem Ernst gewarnt. NichtThränen, nicht Worte, nicht Gebete machen es aus, sondernThaten, sondern Werke der Besserung! Darum, anihren Früchten will ich sie erkennen! spricht der Herr : NichtAlle, die zu mir sagen : Herr! Herr! werden in daS Himmel-reich kommen, sondern die den Willen thun meinesVaters im Himmel! (Matth. 7, 20. 21.)
Es ist daher ein schneller Tod keineswegs als eins derschrecklichsten Utbel zu fürchten, weil er uns die Gelegenheitund Zeit raubt, noch unsere Reue zu bezeugen und einigeGebete zu sprechen. Der göttliche Sohn lehrte nicht: ThutBuße in den letzten Augenblicken euers Lebens; sondern ersprach : Wer mein Kreuz während feines Lebens auf sich nimmtund mir nachfolgt, der ist mein Jünger! Ihr sollt vollkommensein, wie euer Vater im Himmel vollkommen ist. Aber dieseVollkommenheit erwirbt man nicht, wenn uns die Krankheitentkräftet, sondern durch ein anhaltendes Bekämpfen unserersinnlichen Neigungen, durch Selbstheiligung in Jesu Wort undGeist.
Ist cs nun tadelnswerth, aus jenen Ursachen einen schnellenTod zu fürchten: so ist es wohl nicht minder tadelnswerth,einen schnellen Tod aus bloßer Feigheit zu wünschen. Dennin der That, was kann es anders sein, als Feigheit und Furchtvor dem Schmerz einer Todeskrankheit, vor dem Anblick desTodes selbst, daß Viele wünschen, dereinst so schnell wie mogllch