zugleich eine Mannigfaltigkeit der Glaubensparteien gewesen,gegen welche schon der Apostel Paulus vergebens eiferte unterden ersten Christen. — Christi seid ihr, sprach er. So aberEiner sagt: ich bin Paulisch, der Andere aber, ich bin Apoli-tisch — ist es irdisch und fleischlich gedacht. Darum rühme sichNiemand eines Menschen. Es ist ja Alles euer. Es sei Paulusoder Apollos, es sei Kcphas oder die Welt, es sei das Lebenoder der Tod, es sei das Gegenwärtige oder das Zukünftige:Alles ist euer. Ihr aber seid Christi; und Christus aber istGottes. (I.Kor. 3, 4. 21—23.)
So sprach, erfüllt vom Geiste Jesu, der erhabene Apostel.Er wollte, wie Jesus, eine allgemeine Verbrüderung der Weltdurch Christum. Er wollte nicht, daß unter Christen eine Tren-nung sei, oder Unterschied, sie mochten angehören, welcherNation es wäre, den Juden oder Herden. Allgemeine Ver-einigung, allgemeinen Frieden! war sein Ruf. Denn, sprach- er, Christus ist gekommen, hat verkündigt im Evangelio denFrieden, euch Heiden, die ihr ferne wäret (von der Er-kenntniß des ewigen Gottes), und denen die nahe waren,nämlich den Juden. Denn durch ihn haben wir den Zugangalle beide in einem Geist zum Vater. (Ephes. 2, 17. 18.)
Dies ist der Geist und Sinn des göttlichen Welterleuchters!In diesem Geiste und Sinne des Herrn will auch ich, als seinBekenner, auf Erden wandeln; und wie er am Tage derPfingsten zuerst das Gemüth der frühesten Verehrer Jesu be-lebte, so belebe und stärke er auch mich heute, daß ich währendmeines ganzen Laufes auf Erden in ihm empfinde, denke, wolle,handle.
Mag auch der mir von Gott beschiedene Wirkungskreis nursehr klein sein, so will ich doch auch in demselben meinen Theikzur allgemeinen Weltverbrüderung beitragen. Je enger derKreis meiner Wirksamkeit, je leichter und vollkommener sollich ihn mit Ausübung meiner Pflichten erfüllen können.
Und so will ich denn jeglichen meiner Ncbcnmenschen, naheoder fern, als meinen Bruder achten und lieben; denn jeglicherist ein Kind Gottes, des allgemeinen Vaters; und ich habe keinen