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8 (1837) Das Reich Jesu auf Erden
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Vater im Himmel! rufen dürfen; seit er gelehrt, daß alleSterblichen, als Kinder eines ewigen und höchsten Vatersunter einander verbrüdert seien.

Es ist ein göttlich großer Gedanke,dasgesammteMen--sch engeschleckt, so sehr es auch durch Länder, Meere undGebirge, oder durch Sprachen und Sitten, oder durch Farbeund Bau ihrer Körper, oder durch Reichthum, Stand undKenntnisse getrennt sein mag, in einer Liebe und ineinem Glauben zu vereinigen. Und dieser erhabene Ge-danke war der Gedanke Jesu Christi! Er wiederholte ihn seinenJüngern oft; und oft erscholl er wieder von den Lippen derApostel.

In der That ist auch die Religion Jesu, oder das ächteChristcnthum, das fähigste und einzigste Mittel zur Vereinigungdes ganzen menschlichen Geschlechts. Keine andere Religionblüht gleichsam so freiwillig aus dem ganzen Wesen des mensch-lichen Gemüths hervor, wie diese. Keine andere entspricht soden Bedürfnissen des Weisesten, wie des unmündigen Kindes.Keine andere ist so unabhängig von den irdischen Verhältnissenaller Länder, Himmelsstriche und bürgerlichen Einrichtungen.Sie ist den Menschen der heißesten Weltgegenden so angemessen,wie denen, die da wohnen, wo der ewige Winter glänzt. Sieist den Fähigkeiten der allerrohesten Völker so entsprechend, wieden einsichtsvollsten Nationen. Sie wirkt auf alle gleich wohl-thätig, veredelt alle. Entsprungen aus dem heiligsten, reinstenGeiste, ist ste nur die Gesetzgebung des gcsammten Geisterreichs.

Jesus Christus, als Gesetzgeber der Geisterwelt, hatte nurdiese und ihre Erlösung von den Banden des Jrrthums und derSünde vor Augen, nie die irdische Welt und ihre Verhältnisse.Gebet doch dem Kaiser, was des Kaisers ist; aber gebetauch Gott, was Gottes ist. Er wollte keine Vereinigung derVölker unter einerlei irdischem Zepter seiy Reich war undist nicht von dieser Welt! Er wollte selbst nicht sogleich eineVereinigung aller Kirchen und Glaubensparteien zu einer ein-zigen Kirche. Denn er selbst blieb dem mosaischen Gesetz getreu.Ihr sollt nicht wähnen, sprach er, daß ich gekommen bin, das