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8 (1837) Das Reich Jesu auf Erden
Entstehung
Seite
44
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Um also zu begreifen, wie ich als ein höheres, im Ewigenwohnendes Wesen der Welt enrsagen könne, muß ich mir denUnterschied zwischen Welt und Geist sehr lebhaft machen, undkeinen Augenblick vergessen, daß ich Geist nicht zur irdischenWelt gehöre. Diese ist mir, mit Allem, was sie Freudiges undSchmerzliches hat, nur für kurze Zeit vom Schöpfer geliehenworden. Ihre wandelbare Herrlichkeit verschwelst, und wenn sievon mir abfällt, bleibt der Geist noch, und nur der Geist.

Wenn nun in nss- der Unterschied zwischen Welt und Ewig-keit, zwischen Staub und Geist zur vollen Lebendigkeit erwachtist: dann erst kann ich nach Weltentsagung ringen, ohne inJrrthum der Schwärmerei zu verfallen.

Die erste Stufe christlicher Weltentsagung ist:Achte alles Geistige, die Tugend, die Weisheit, das Ewigehöher, denn jedes Gut, jede Lust, zu deren Genuß du erst ver-mittelst deiner Sinne gelangst. Achte dich selbst höher als dieWelt! Gib jedesmal deinen Pflichten den Vorrang vorallen andern Vortheilen ; den Spruch deines Gewissens in dem,was sein soll und'recht ist, stelle höher, als jedes andere ausder Sinnlichkeit erwachsende Vergnügen; gehorche Gott mehrals den Menschen.

Diese Hochachtung der Seele für ihre eigene Würde, fürihre göttliche Abstammung denn sie ist ein lebendiger AthemGottes! für ihre hohe Bestimmung, ist die erste Bedingung,ohne welche keine Weltentsagung in Jesu Sinn möglich ist.Denn ein Geist, welcher sich selbst und seinen Beruf im Weltallnoch so wenig erkannt hat, daß er sein veränderliches Kleid,den Leib, höher schätzt, wie mag der der Welt entsagen?

Er weiß von seinem eigenen Dasein nichts, sondern erweiß nur, wie das Thier, vom Dasein und Bedürfniß seinerSinne. Der Kitzel seiner Nerven, die Stillung seines Hungersund Durstes, die Pflege seiner Bequemlichkeiten, die Vermehrungseiner Macht über Menschen und Gut dies sind die Haupt-zwecke seines Lebens. Es sind die Zwecke jedes Thieres. Nehmetden Thieren diesen Zweck: so müssen sie aufhören zu leben, dennsie haben keinen Geist und kein geistiges Ziel. Und soll der