Von Gott wurden wir in die Welt gesandt, und dieFreuden.des Lebens gab er zu unserer Erquickung. Nicht dieseverunreinigen uns, sondern durch die Verdorbenheit unsersGemüths verunreinigen wir sie. Die Erde ist des Herrn undAlles, was darinnen ist. (1. Kor. 10, 26.) Aber was aus demHerzen kommt, verunreinigt den Menschen, nicht aber was zumMunde eingeht. (Matth. 15, 11.)
Und was heißt Weltentsagung in Jesu Sinne? —Und wenn wir nicht den Freuden deS Erdbebens abschwörensollen; wenn wir zwar mit den Weinenden weinen, aber auchmit den Fröhlichen froh sein können, ohne uns der Sünde zufürchten: wie kann denn der Kampf noch schwer und der Sieges-lohn so groß sein?
Gern will ich mich der Betrachtung dieses wichtigen Gegen-standes hingeben, da in ihm der höchste Triumph der Weisheitbestehen soll. Was ist nun die Welt, der ich entsagen muß?und wie svll ich ihr entsagen?
Die Welt ist alles Irdische, was ich hienieden vermittelstmeinen Sinnen erkenne und empfinde, Alles, was mir durchdie Werkzeuge des Leibes Lust und Schmerz in die Seele bringt.
Dem Weltlichen steht entgegen das Geistliche, oder Allesdas, was dem Geist allein gehört, als da sind Erkenntniß,Tugend, Unsterblichkeit, Verwandtschaft mit dem Geiste allerGeister. — Das Weltliche ist vergänglich, abwechselnd; dasGeistliche ewig, bleibend. Zum Weltlichen gehört der Leib mitallen seinen Reizungen; der Geist gehört einer höher» Welt an,keiner irdischen; er ist Gottes.
Ich bin ein Geist, und als solcher ein Kind Gottes, desGeistervaters. Ich bin ein Geist, und als solcher soll ich michhöher achten als alles Irdische der Welt. Ich bin ein Geist,darum soll ich bei allen meinen Wünschen und Handlungenweniger den irdischen Vortheil, als den geistigen vor Augenhaben; mein Glück nicht in denjenigen Dingen begründen, diezum Staube der Welt gehören, sondern in denjenigen, die göttlichsind und ewig wie die Gottheit, unvergänglich wie der Geist.