gehorchten der Einladung; Viele, die ihr zu folgen meinten,verloren sich auf Abwegen.
Statt der Welt zu entsagen im Geist, entsagten sie der-selben nur mit dem Leibe. Sie flohen in menschenlose Wüsten,trennten sich vom Umgänge mit ihren Brüdern, versäumtendie heiligsten von Gott gebotenen Pflichtengegen ihre Nächsten;vergaßen über das Beten die nützliche Arbeit zur Vermehrungallgemeiner Glückseligkeit; und marterten durch Fasten, Geiße-lungen und Entbehrungen aller Art ihren Leib, statt ihre Lüsteund Begierden, ihre Leidenschaften zu tödten.
Oder sie stifteten abgesonderte Gesellschaften, die zwar mitder Welt in Berührung blieben, aber alle andern Christen nichtfür so fromme, ächte Christen als sich hielten; Weltmenschenund Weltkinder alle diejenigen nannten, die nicht mit ihnenbeteten, seufzten, und fromme Gebräuche, Ausdrücke undGebctsformeln gemein hatten.
Zwar auch unter allen diesen waren der Edeln und Gutenviel, die mit lebendigem Glauben handelten, und ihr Glaubemachte ihre Thaten gerecht. Doch solche Weltentsagung forderteJesus nicht, als errief: Wer mein Jünger sein will,der verläugne sich selbst, nehme sein Kreuz aufsich und folge mir nach! Denn der Erlöser gab dasBeispiel der Weltentsagung, während er mitten unter denMenschen wohnte, und an ihren Freuden und Leiden Thcilnahm. Solche Weltentsagung forderte Paulus, der Apostel,nicht, als er rief: Welche aber Christo angehören, diekreuzigen ihr Fleisch sammt den Lüsten und Be-gierden. (Gal. 5, 24.) Denn Paulus floh in keine Einöde,marterte seinen Leib nicht, entkräftete ihn nicht durch Fastenund Entbehrungen der nothwendigsten Bedürfnisse, sondern erverschaffte sich diese durch seiner Hände Arbeit.
Von Gott empfingen wir den Leib, als ein tüchtiges Werk-zeug des unsterblichen Geistes, durch welches ec zur Ausübunghimmlischer Gebote fähig wird. Es ist uns zur Pflicht gemachtworden, für seine Gesundheit Sorge zu tragen, daß er seiunbefleckt, ««zerstört, eine Wohnung des heiligen Geistes.