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8 (1837) Das Reich Jesu auf Erden
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Geist in uns wird trotzig und gewaltig gegen den Sturm desLebens, und stolz gegen die schnöden, trüglichen Anmuthigkeitcnder Welt und ihres Spieles. Er sucht seinen Himmel nicht mehrim Staube, sondern über den Sternen; und findet seinen Werthnicht mehr in der Menge des Vergänglichen, das er hat, sondernin dem Kräftigen, Unabhängigen, Gottähnlichen, was er ist.

Das aber will Gott, auf daß wir, geschreckt durch die UmZuverlässigkeit dessen, was wir auf Erden Glück und Lust nennen,uns stolz davon hinwegwenden, und zu ihm Zuflucht nehmen.Darum hat auch jeder Mensch ohne Ausnahme seine Leiden;und er muß solche haben, weil ihn sein Gott lieb hat. Es kannnicht anders sein. Darum weinen die Königinnen Thränen,wie die Bettlerinnen, und oft mehr als diese; und die Königeerseufzen unter Widerwärtigkeiten und Aengsten oft mehr, dennihre geringsten Knechte. Denn Fürst sein, und Befehlshaber sein,reich sein, berühmt sein, Schönheit oder Freunde haben dasAlles ist wenig. Es ist ein Traum, ein Augenblick, ein Nichts.Aber sich selber haben, und Frieden in Gott, das ist Alles; dasist Geisteserwachcn, das ist Ewigkeit.

Wer trauert, wer zagt? wessen Herz ist um Trost noch bange?

Nein, auch ich rühme mich meiner Trübsale! Sie sind dieHeiligen, warnenden Engel, die Du, mein Gott, aussandteft,die Irrenden und Verlornen zu Dir zurückzurufen. Sie kommen,mich vom Irdischen zu entstricken, worin mein Geist verwickeltund gefangen liegt. Und ich will das Wort dieser DeinerBoten, die Du mir sendest, verstehen lernen. An der Größemeiner Schmerzen über irdischen Verlust werde ich erkennen,wie tief ich in Sinnlichkeit hinabgesunken, von meiner ursprüng-lichen Hoheit abgewichen, von Dir, mein Gott, entfernt bin.Und mögen doch meine Wunden brennen und bluten, und meineAugen in Thränen zerfließen; dennoch, dennoch, Herr, meinGott, Erbarmer, ewiger Freund meiner Seele, dennoch willich Dich und Deine Liebe preisen und mich auch der Trübsaierühmen. Amen.

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