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8 (1837) Das Reich Jesu auf Erden
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Mit Unrecht wird gesagt, daß Leiden und Widerwärtigkeitenden Werth des Menschen am besten bewähren. Nein, das Glückist der ächte Prüfstein desWerthes oderUnwerthesder Menschen. Darum sollen wir die Tage der Noth undTrauer als wahrhafte Wohlthatcn aus Gottes Hand empfangen.Wer in ihnen verzweifelt, ist wahrlich besserer Zeiten nichtwürdig. Wer nicht stark genug ist, ein großes Uebel zu tragen,wie will er stark genug sein zu großem Glück?

So wollen wir in unfern Widerwärtigkeiten und bei denschmerzlichsten Verlusten dankbar die Liebe Gottes ehren, undmit Paulus sagen: Wir rühmen uns auch der Trübsale!

SchwereSchicksale, die uns betreffen, setzen unseigentlich erst in das wahre Verhältniß, welcheswir zu dieser Welt haben sollen; lehren uns eigentlicherst die Dinge richtig schätzen, an denen wir das innigste Wohl-gefallen haben. So lange wir in ungestörter Ruhe harmlosdahin lebten, war unsere Vorstellung von dem Leben ein sinn-lich angenehmer, aber falscher, betrügerischer Traum. DieserTraum mußte uns entrissen werden. Denn wir sind nicht bloßsinnliche, thicrische Geschöpfe; wir haben eine höhere Bestimmung.Das Thier weiß nichts vom Tode, aber wir sehen den unserigenvoraus, und wissen, daß wir für das Ewige erkoren sind. Wirsind nicht Leiber, sondern haben Leiber. Wir sollen daher,als Geister, uns selber leben, und nicht dem sinnlichen Leibe,nicht dem Irdischen allein, das ihm wohlthut.

Das herbe Schicksal gab unserm Geiste große Lehren. Weheuns, wenn wir sie vergessen könnten! Wir bereiten uns in diesemLeichtsinn noch herbere Schicksale vor. Wir sollen endlich einmalvom tiefen Jrrthum genesen, von jener Seelenkrankheit, in welcherwir den bloßen Schein für das Wesentliche, das Vergänglichefür das Bleibende, ein bloßes Mittel für den Zweck, und behag-liches irdichseS Sein für die letzte Bestimmung hatten, derentwillenwir erschaffen worden sind.

Der du mit weinenden Augen sprichst: Ach, wäre mir jenerTraum geblieben, ich war ja selig in ihm! Hätte ich den schönenJrrthum immerdar behalten, er war mein Himmel, und mir