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8 (1837) Das Reich Jesu auf Erden
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deine äußere Liebenswürdigkeit, deine Kenntniß, deine Lebens-klughcit, deine Geschicklichkeit im reinen Geistcrleben helfen?Was wärest du dann? Auf Erden bist du an Allem reich, wo-durch du gefällig und nützlich bist; aber wie steht es um das indir, was göttlicher Art sein soll? Es ist versäumt, und unkräftig,«ngenährt geblieben. Durch das menschliche Wort bist dufür die irdischen Verbindungen ungemein tauglich geworden;aber das göttliche Wort hätte dich für deine höhern Verhält-nisse tauglicher machen müssen, und es geschah nicht. Du fragest:was muß ich dazu noch mehr wissen und rhun? Ich antwortedir: es ist nicht ein Wissen und Thun, sondern ein Sein undLeben, was die Frucht und Kraft des Wortes Gottes ist.Kannst du mir die Natur des Lebens und Seins mit Worten aus-sprechen? Das Leben wird gelebt, nicht gelernt, nicht gewußt.Nicht das Wissen von Jesu, sondern das Leben in Jesuist das Christenthum; darum ist Christum lieb haben besser,denn alles Wissen.

Aber das durch Gottes Wort genährte Geistesleben ist einanderes, ein höheres, als das gemeine Leben im Irdischen; ja,es ist oft dessen Widerspruch und ein beständiger Triumph überdasselbe; es ist ein stetes Ringen gegen das Anstreben der Sinn-lichkeit wider das, was gut, recht und wahr ist; es ist ein Ueber-winden des Schicksals. Von ihm aus angesehen, ist Glück undUnglück hienieden bloßes Vorurtheil; denn Alles ist aus derweisen Güte Gottes entsprungen, und es gibt kein anderes Un-glück als das, was der gemeinstnnliche Mensch eben nicht dafürhält, nämlich die Sünde, die Uebermacht thierischer Einflüsseüber den Geist. Von ihm aus angesehen, ist der Werth, den manin ein bequemes Leben setzt, oder in Schönheit, oder in Ruhm,ja der Verlust alles dessen, der Verlust aller unserer Freunde,der Tod selbst von weniger Bedeutung. Wer Gott hat, der hatAlles; wer mit ihm ist, der fürchtet nichts; wer in Jesu lebt,für den gibt es kein Sterben. Er erzeigt dem Leibe seine Ehre,aber nicht mehr als demselben, wie einem Werkzeuge, zusteht.

Dies erhabenere Sein, mitten im Irdischenschon, ist die Frucht und Macht des Wortes