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von einem Tage zum andern derselbe, und seine Gestalt ver-ändert sich nicht. Dennoch ist er dir immer wichtig, immertheuer, immer neu. Auch das Brod und das Fleisch, welchesdu täglich zu deiner Nahrung genießest, ist das alte Einerlei,und doch wirst du derselben nie satt. So sind nun auch die, Offenbarungen Jesu, das Wort des Lebens, ein svgenanntcsEinerlei, nämlich für das Gedächtniß, aber nicht für den Geist.
Es spricht uns das Göttliche immerdar auf neue Weise an; unddas Alte will nie veralten. Es stärkt unser Gemüth zur Voll-kommenheit, aber dies Vollkommenwerden ist ein Fortschreitendes Geistes ins Unendliche.
Vielmals geschieht, daß der Mensch unter gewissen Um-ständen verlegen werden kann, und bei äußerst wichtigen Vor-fällen nicht weiß, wozu er sich entschließen müsse. Er schwanktin seinen Ueberlezungen nach verschiedenen Seiten; die gewöhn-liche Klugheit will nicht ausreichen. Da wird der Mensch, indemihm irgend ein Umstand eine biblische Stelle, den Vers einesheiligen Dichters, die Erinnerungen aus einem erbaulichen Bucheins Gedächtniß führt, oder indem ihn das Gebet erwärmte,plötzlich zum Hellern Jnsichselbstleben gebracht; er durchschaut dieUmstände, die Zukunft lichtvoll und ist zur That entschlossen.
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Was ihm alle irdische Klugheit nicht rathen konnte, erkennt er,inoem er seine Stellung zu Gott und Ewigkeit Heller wahr-nimmt, und wie von einem Schlaf erwacht. Das ist die
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Frucht und die Macht des Wortes Gottes, welchesdas Leben des Unsterblichen in uns nährt, unddessen überirdische Kraft erhöht.
Ich glaube es dir, du bist für deine bürgerlichen und häus-lichen Verhältnisse ein kluger, geschickter, vortrefflicher MenjH;man schätzt dich, man liebt dich. Bist du aber, was du für dasIrdische bist, auch für das Ewige? Die Ewigkeit solltedir aber doch allerdings wenigstens eben so viel gelten, als dasWeltleben, und die Gottheit allerwenigstens eben so viel, alsdie Verbindung mit.Menschen; und dein Geist allerwenigstensso viel, als dein sinnlicher Wohlstand. Und wenn du heute dichvom irdischen Dasein trennen müßtest, sage mir: was könnte dir
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