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8 (1837) Das Reich Jesu auf Erden
Entstehung
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ist kein Amt; es ist sie Sache jedes unsterblichen Wesens; so wieNahrung für den Leib zu nehmen kein Beruf, sondern Sachejedes Sterblichen ist. Der das göttliche Wort lehrt, bereitetdem Geist die Nahrung, oder reicht sie ihm. Es sind auch Viele,die sie bereiten, ohne sie selber zu genießen.

Ich glaube dir es, du kennst den ganzen Umfang deinerPflichten gegen Gott und Welt. Aber das Wissen der Pflichtenist nicht das Leben in den Pflichten. Du kennst, was du zu thunhast; thuft du es immer? Und warum nicht? Manches, wasdu zu gewissen Zeiten hättest thun müssen, war dir im Augen-blick des Handelns dunkel. Warum also verschmähest du, durchfortgesetzte fromme Betrachtungen das in dir Halbverzessenewieder aufzufrischen? Oft ist die Sinnlichkeit mit ihrenReizen viel stärker gewesen, als das bloße Bewußtsein deinerPflicht, und daher ward diese verletzt. Warum denn, wenndie Sinnlichkeit dich mit immer neuen Waffen angreift, nimmstdu nicht auch die Waffen deines Geistes gegen sie? Du gestehstalso ein, daß das bloße Bewußtsein deiner Pflichten, das bloßeÄedächtnißwesen, nicht hinreicht, fehlerhafte Gewohnheiten oderstürmische Neigungen zum Unrecht zu besiegen. Warum ver-säumest du, durch oft wiederholte Selbstbetrachtungen, gleich-sam durch Selbstverjüngung deiner Tugend im göttlichen Wort,gewaltiger zu werden! Man kennt auch nach Jahren wohlseinen abwesenden Freund noch und erinnert sich seiner Gestalt,seiner Gesichtszüge, seiner Stimme; demungeachtet lebt man mitdem Abwesenden und für ihn weniger, als mit dem und für den,der beständig um uns ist. So ist täglicher Umgang und Nähedessen, den man liebt, die Nahrung der Freundschaft; so deröftere Umgang mit Gott, die Betrachtung seines Wortes, dieErwärmung des Gemüths zur Erfüllung seiner Gebote, dieNahrung der Tugendhaftigkeit.

Ich will dir zugeben, jene Predigten, jene Erbauungsrschriften und religiösen Betrachtungen sind am Ende das ewigeEinerlei. Allerdings, dies Einerlei ist das göttliche Wort. DasGesetz des Herrn ist, wie David sagt, ohne Wandel, aber docherquicket es die Seele. Auch dein geliebtestcr Freund ist immer