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8 (1837) Das Reich Jesu auf Erden
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wie der Leib immerfort neuer Nahrung vonnöthen hat zu seinemGedeihen und Fortdauern, also auch der Geist. Das Lesen oderHören heiliger Betrachtungen verdient aber beständig fortgesetztzu werden. Wie viel haben wir nicht schon gehört, wie vielnicht schon gelesen! Aber die Wirkungen davon verschwandengemach. Wer könnte sich noch jeder Predigt, oder jeder Aus-legung der heiligen Schrift erinnern, die ihn einmal besondersgerührt hat? Darum ist gut, daß wir fortgesetzt die Eindrückezu erneuern suchen. Wohl Mancher hat sich auch schon Vor-würfe gemacht, daß er so Vieles gehört und gelesen hat, ohnedadurch auffallend vollkommener geworden zu sein. Aber dasliegt in unserer Stellung zu den irdischen Dingen, die uns immerwieder überwältigen und zerstreuen. Darum sollen wir nie auf-hören , das innere Leben des Geistes wie eine Flamme mir Oelzu nähren. Jede emzelne heilige Betrachtung des göttlichenWortes thut wenig; aber nach vielen bleibt doch Etwas zuruck.Die irdischen Erscheinungen dringen unablässig durch unsereSinne auf uns ein; darum ist es nothwendig, daß der unsterb-liche Geist unablässig vom göttlichen Wort gestärkt werde, damiter gegen das Irdische andringen könne und von demselben nichtüberwältigt werde.

Eine Wissenschaft, eine Kunst, ein Gewerbe läßt sich wohlin einigen Jahren lernen, und man braucht nicht wieder ingewissen Zeiten von neuem mit dem Lernen anzufangen. Aberdas Sein im Göttlichen ist keine Wissenschaft, kein Gewerbe fürdieses Leben, sondern das Leben selbst. Das Leben kann nichtgelernt, sondern nur ernährt werden. Darum sollst du das WortGottes nicht als eine Wissenschaft, sondern als eine Nahrungansehen. Ich glaube es dir gerne, daß du schon Alles weißt,was dir über deine Pflichten gesagt werden kann, oder was inder heiligen Schrift steht; aber das Wissen ist das Wenigste, esist bloßes Mittel. Ich frage dich aber: lebst du im Göttlichenm immerwährender Berührung mit dem Ueberirdischen? DieBetrachtungen religiöser Gegenstände besonders für eine Amts-nnd Geschäftssache der Geistlichen und Gottesgelehrten zu halten,ist wohl einer der thörichtsten Einfälle. Das Sein im Göttlichen