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Der Kampf der Finsterniß mit dem Lichte des neunzehnten Jahrhunderts
Entstehung
Seite
92
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Eine gleiche Tendenz äußert sich in der Proselitenma-cherei einiger unduldsamer Geistlichen unserer Zeit. So istnamentlich auch im Jahre 1803 eine merkwürdige Schriftin Düsseldorf erschienen, betitelt: »Zwei Briefe, allen Pro-testanten, die noch nicht zum Jndiffercntismus übergegan-gen sind, zur Beherzigung vorgclcgt;« worin der Verfassermit einer beispiellosen Gewandtheit auf Kosten der evange-lische» Kirchen, .die römische zu empfehlen strebt, und anden Reformatoren kein ehrliches Haar läßt. Nicht wenigerMerkwürdig ist die Erklärung des H. von Haller in Betreffseines Uebcrtritts zur römischen Kirche, und das darauferfolgte Sendschreiben des Professors Krug, 1821.

die vier gewöhnlichen Marter- und Folteranstalten auf denSchauplatz als I) die Luft- 2) die Wasser- 3) die Erde- 4)die Feuerfolter, Die Personen sollen 10 bis 12 Ellen hoch mitStricken in die Lust gezogen, und dann plötzlich bis auf «inenSchuh hoch über den Boden herabgeschnappt werden, so daßalle Gelenke knacken und bersten sollen.

Nach der 2ten Tortur sollte jeder Jnquisit auf den Bauchin einen engen Sarg gepreßt, und durch eine scharfe Leiste aufdem Rücken hineingezwängt werden, alsdann Wasser verschlucken,bis es oben hcrauslaufe, dann sollte er ein anhaltendes Lrops-bad von Eiswasser auf den Kopf bekommen.

Nach der 3ten Tortur sollte der Jnquisit unter Skelette undfaulende Aeser in einem finstern nur von Kröten und Schlangenbewohnten Kerker, eingegraben werden.

Nach der 4ten Tortur sollte der Jnquisit mit Oel bestrichenund über einem Kohlfeuer geröstet werden.

Als man zu diesen Martern schritt, erschallt es plötzlich:Es lebe die Constitution! die heiligen Gerichtsmänner entschlü-pfen durch Fenster und Kamine, und die unglückliche Familieist gerettet.

(Hallers Schreiben an seine Familie mit Beleuchtungen vonvr. Paulus, 1821, S. 130.)