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Der Kampf der Finsterniß mit dem Lichte des neunzehnten Jahrhunderts
Entstehung
Seite
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Verbrechens ward gar nicht gedacht; und die Richter, wel-che der Trost und Schutz der Bürger seyn sollten, legtenalles Gefühl der Menschlichkeit und der gesunden Vernunftab. Man bot alle Kräfte des Verstandes und Scharfsinnsauf, um die Peinigung so qualvoll zu machen, als nurmöglich war. Wenn der Gepeinigte den Tag nach über-standencr Tortur, sein erpreßtes Bekenntniß wieder zurücknahm: so wurde die Tortur so oft wiederholt, daß ihmdie Lust verging, seine Urgicht wieder abzuändern; und daßer vielmehr die Endigung seines Lebens als die größte Wohl-that betrachtete. *)

-Die Sachsen haben schon im 6ten Jahrhunderte an-gefangen, die vermeinten Heren zu verbrennen. Diesen Ge<brauch haben sie von den Franken angenommen. Die Fran-ken aber haben denselben sehr wahrscheinlich, bei der Ein-führung der christlichen Religion von den Römern erhal-ten. Indessen ist soviel gewiß, daß der Pabst Greg order Große oder der Heilige sich in dem 6ten Jahrhun-dert damit den Namen des Heiligen erworben hat, daßer seinem heiligen Grimm wider die Teufelskünstler undHexenmeister Raum gegeben und die Strafe des Scheiter-haufens wider sie verordnet hat,

-Es ist mehr als wahrscheinlich: je näher nach Rom,

desto mehr Herenprozesse. Denn seit der Zeit, daß derPabst Gregor das heidnische Gesetz der Römer, die Herenmit Feuer zu vertilgen, in die christliche Religion aufnahm,und in heiliger Begeisterung zwei vornehme Senatoren inRom als Hexenmeister verbrennen ließ, bildeten sich alle

*) Auszüge aus den Hexen - Men von der Erbvoigtcy Quedlin-burg, finden sich in derBerlinischen Monatsschrift" Jahrgang1784.