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Der Kampf der Finsterniß mit dem Lichte des neunzehnten Jahrhunderts
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2» dem spanischen Amerika ging der Lurus und diellcppigkcit der Geistlichkeit noch viel weiter: Barbinaiswar selbst Zeuge, daß der 70jährige Superior eines Klo-sters in Lima in einer großen Gesellschaft den Neffen desVizekönigs bat, daß dieser doch von der Verbindung mitseiner Geliebten, welche er 7 Jahre unterhalten, und mitihr 3 Kinder gezeugt habe, ablasscn wolle. Dieser Barbi-nais wohnte am 24. Dezember 1718 der Mittcrnachtsmcssein einem Fraueukloster zu S. Salvador bei; er fand dieNonnen auf einem offenen Chore, eine jede mit einem mu-sicalischcn Instrumente versehen. Als der geistliche Direktordes Klosters den Psalm vsnits exuiwmuZ anstimmte, fin-gen alle Nonnen an, lustige Lieder zu singen, auf welchesie sich das ganze Jahr vorbereitet hatten; hieraus entstandein Lärm, der alle Zuhörer zum Lachen brachte. Nachdemendlich der wilde Gesang und die Musik anfhörte, setztesich eine der Nonnen in einen Lehnstuhl, und hob -eine lu-stige Erzählung der Abentheuer aller der Personen an, diezum Hofe des Vizckönigs gehörten. Zuletzt trat eine derNonnen auf, und machte einem Neffen des Königs die bit-tersten Vorwürfe darüber, daß er ihr ungetreu gewordenscy, und einer andern Dame in der Stadt den Hof mache.Nach allen diesen Szenen sang man eine Messe, worauf dieNonnen insgesammt das Abendmahl genossen.

(Allgemeine kritische Geschichte der Rel. von Meiners.2ter Band. S. 55.)

Es ist daher unbegreiflich, wie ein Reich bei einer sol-chen, durch Inquisition erzwungenen, Verfassung so langebestehen konnte, ohne in sich selbst aufgelösct zu werden.Die reichen Goldgruben von Peru und Meriko haben zwardieses Reich noch immer gestützt, weil aber nuninchro derZeitpunkt eingetreten ist, daß sich jene Nation von Spa-nien zu trennen sucht, so konnte eine Volksrevolution wi-der die Geistlichkeit in dem Mutterlands nicht ausblciben,