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^ — Werfen wir einen Blick auf Holland; wo alle Sekten
D gednldet werden, so finden wir eins der blühendsten ReicheH der Welt. Und so ist es überall, wo ReligionsfrcyhcitH herrscht. — Das in Künsten und Wissenschaften mit jedemeuropäischen Staate rivalistrende Sachsen liefert uns dasI Beispiel, daß auch protestantische Unterthanen einem katho-lischen Fürsten mit Liebe nnd Ehrfurcht ergeben sind, wenner nur duldsam ist, nnd sich keine Partheylichkeit inGlaubcnssachen zu Schulden kommen läßt.
Diese Beispiele mögen genug senn, zu zeigen, daß keinHeil und Glück in der Welt zu hoffen ist, so lange nichtallgemeine Religionsfrcyheit, Duldung und Liebe unter al-len Glaubensverwandten eingeführet, und die verhaßtenWorte: Ketzer, und A! l cinsee lig machende K irch e «(welcher sich auch die Verehrer des Dalai-Lama und dieTürken bedienen) auf ewig verbannt werden. *) Wie kön-nen Bürger untereinander glücklich leben, wenn Einer
Der würdige Möller sagt über Toleranz und Kirchenvcreini-gung :
„Der Grund, die Quelle alles Uebels der kirchlichen Unduld-samkeit liegt unstreitig in der unselige» Verwechselung und Ver-fälschung der Wörter: Religion und Kirche. Sie ist dieUrsache aller Verfolgungen, aller gewaltsamen Bekehrungen, al-ler Kriege, die angeblich für Religion und Altar (im Grundenur für diesen; für die Religion Jesu ist nie ein Schwerdtgezogen worden und soll es auch nicht!) geführt wurden. Leidersehr früh ging diese unglückliche Verwechselung in der christlichenGesellschaft vor; sie ward allgemein herrschender Wahn; siewurde in derselben durch alle Zeitalter mit herunter geschleppt;sie ging in die kleinern Gesellschaften, die sich von der großentrennte, fast jedes Mal mit über; sie ist Schuld, daß der großeHaufe der Christen bey aller Unwissenheit und dem äusserstenSittenverderben so sehr gleichgültig und sicher ist."
„Man sollte jede Kirche als eine moralisch-religiöse Bildungs-Anstalt, als eine UntcrrichtS-Schule, als ein Erziehungs-Institut
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