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Denkverse und Epigramme
Entstehung
Seite
37
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Denkverse.

753. Streu' in dieFurchen dcincrZcitRastlos den Samen der Gerechtig-keit ;

Gedeih'» läßt Gott ihn für dieEwigkeit.

754. Mit Gott betritt des Wirkens

Pfad;

So findest du den besten Rath,Vollbringst du auch die schönsteThat!

755. Was dich auch schmerzt, be-

drängt, verdrießt:Gott ist's, der alles Leid versüßt;Er wandelt Arzenci in Weide,Und Schmerz in Himmelsfrcude.

75ü. Jede Wcltlust ausgerottct,Wie die Welt auch tobt und spottet!

757. Du bist dir selbst dein ärgster

Feind,

Wählst du nicht Gott zum bestenFreund.

758 . Gott schenkt zu großen DingenAuch große Gaben;

Drum, wenn sic dir gelingen.Muß er die Ehre haben!

75Y. Freund, cs ist wichtig,

Die Zeit zu begreifen.

Um, was in ihr nichtig,

Kühn abzustreifcn,

Und immer richtigAuch cinzugrcifcn.

760. Büchcrlesen ist Aehrenlescn:Man sammelt nur, was schon längst

gewesen;

Schreiben und Dichten ist Garbenerrichten

In frischen großen und reichenSchichten.

761. Lern' erst Freuden dir versagen,Dann wirst du Leiden besser tragen!

762. Willst du ew'gc Schatze haben;Mußt du tiefiu Gottes Worte gra-ben.

763. Willst du noch der Sünde die-

nen ;

Ist kein Heiland dir erschienen.

57,

764. Du glichst dem guten Baum?

Wo sind die Früchte?Willst du ein Kind des Lichtes seyn;So wall' in Gottes Geist und Lichte;Sonst räum' ich dir's nicht ein»

765. Wer thierisch ist, nach Sinnen-

lust nur strebt:

Wie kann der göttlich handeln?Und wer am Irdischen nur klebt:Wie kann der himmlisch wandeln?

766. Wie wird hier oft das arme

Herz bewegt!

Nicht stille wird cs, bis es nichtmehr schlägt.

767. Ach, der Geizige am vollen Ka-

sten

Kann nicht froh seyn, kann nichtrasten.

Ist verdammt, beim Ueberfluß zufasten.

768. Spötter, ja, du wirst erschre-

cken,

Wird dich Gott vom Tod' erwecken;Weh', wenn einst du wirst erwachen.Dann wird dir vergehn dein Lachen!

76Y. Freund, Ocl ins Feuer gießt.Wer schlüpfrige Bücher liest.

770. Wer selbstgefällig.

Ist Gott mißfällig;

Doch Gott gefällig

Ist, wer sich selbst mißfällig.

771. Was von Gott demHcrzen wi-

derfahren.

Sollst du still und treu bewahren,Und nicht Jedem offenbaren.

772. Hält Gott in Nacht sein Ange-

sicht verborgen?

Nie darfst du zagen, zweifeln, sor-gen;

Bald strahlt dir neu ein Freuden-morgcn!

773. Sey klein noch Christi Heerde;Er sorgt doch, daß sie größer werde.

774. Ein ewig Heil, ein ewig Leben,Wird uns die ew'ge Liebe geben;Wie heiter strahlt des Todes TbalIn dieser schönen Hoffnung Strahl.