Denkvcrse.
35
Schieb' ihnen flugs Thüren undRiegel davor.
711. Was du gebaut hast aufSand,Auf Mcnschcngnnst und Meinung,Das halt im Sturm, nicht Stand,Ist flüchtige Erscheinung.
712. Scy erst im leichten Werk
getreu;
So steht dir Gott zum schwerenbei-
713. Denk' oft an die Geduld,Mit der dich Gott getragen;
So wirst du Andrer SchuldNicht allzu hart verklagen.
714. Gottes Kind wird man un-
streitig
Nie zu bald und nie zu zeitig.
715. Dem irdischen Sinn
Wird sein Gewinn selbst zum Ver-lust ;
Dem himmlischen Sinn ist Höh'-res bewußt:
Ihm wird Verlust selbst zum Ge-winn.
71b. Die beste ProselytenmachereiIst die, daß jegliche PartheiNur liebevoll und liebenswürdig
scy-
717. Wird dich der Tod in Sün-
den überraschen.
Wer mag dann rein dich noch vonSünden waschen?
718. Einfalt schauet Gottes Wahr-
heit
Auch durch Hüllen schon in Klar-heit.
71Y. Nur vereint dem höchstenWesen,
Kann dein krankes Herz genesen.
720. Denk' oft mit tiefer Rüh-
rung
An Gottes weise Führung,
Und bete kindlich an!
Was er gethan, ist. wyhlgcthan.
721. Laß in's Herz nie Rachsucht
ein!
Hör' es, spricht der Herr der Wel-ten,
Hör' cs wohl, die Rach' ist mein;Ich, ich will vergelten!
722. Gottes Wort ist Fclsenqucll,Frisch und lauter, rein und hell,Stärkt und erquickt die MüdenMit Himniclstrost und Frieden.
723. Wie selig ist ein Herz, das,
frei von Allen,
Nichts sucht und will, als Gott ge-fallen.
Das stille Kindeslieb' im Innernhegt.
Und Gottes Bild schon an sich trägt!
724. Die schwerste SchuldTilgt Christi Huld;
Ja, das ist seine Herrlichkeit,
Daß er dem größten Sünder nochverzeiht.
725. Suchst du, was süß nnP an-
genehm ? —
Christ, lebe still in Dem,
Der auch dein Heiland ist;
Dann weiß ich, daß du selig bist.
726. Jst's in dir licht;
So bist du einfach, schlicht!
Der Weise liebt das Bunte nicht.
727. Dcmüthig — klein; —
So wirst du sündenrcin.
Ja, himmlisch selig seyn.
728. Nur in heil'gcr Liebe BrandWird dir Gottes Herz bekannt!
72Y. Wehe Dem, der sich verstockt,Wenn ihn Gottes Liebe lockt,
Der nicht will zum Herrn sichwendcn.
Seine inn're Quaal zu enden!
730. Thäten wir nur, was wir
sollten;
Thäte Gott auch, was wir woll-ten.
731. Ficht dich hier ein Unglück an;Denke: Gott hat es gethan,
Und dann pilgrc, muthig, heiter,Deine Bahn zur Heimath weiter.