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5 (1837) Andachtsbuch für die Jugend
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vor mir zu fürchten habe; daß ich ihm verzeihe; daß ich, wenngleich mit Achtung für meine eigenen Rechte, von nun an dieWelt lieben will, wie Jesus sie geliebt hat. Wie Jesus andiesem Tage geboren ward, will auch ich gleichsam in ihm,das heißt, in seinem wcltliebenden Geiste, neu geboren weroen.Wie er an diesem Tage das Irdische und Menschliche annahm,will ich im Gegentheil das Himmlische, das Göttliche annehmen.Denn er trat unter die Menschen, damit ich zur Gottheit trete.

Als die Weisen des Morgenlandes die Geburt des längstVerheißenen vernahmen, folgten sie dem glänzenden Gestirn,das ihnen den Weg zur bethlehemitischen Hütte zeigte; beugtenihre Knie vor dem Könige der Geisterwelt; beteten ihn an;thaten dann ihre Schätze auf und beschenkten das Kind mitGold, Weihrauch und Myrrhen.

Es ist der Christenheit eine schöne Uebung geblieben, daßtheils der Tag des Geburtsfestcs Jesu, theils das darauffolgende Fest des neuen Jahres, ein allgemeines Fest der Kind-heit geworden. Aeltern, Verwandte und Freunde beschenkenum diese Zeit die liebenswürdigen Unmündigen mit mancherleikleinen Gaben, die der genügsainen Unschuld hohe Freudegewähren.

So wird selbst der zarten Jugend schon eine Zeit feierlich,reizend und beseligend, ehe sie den Sinn der Feste in ihremganzen Umfange begreifen kann. Die frohen Erinnerungenaus diesen Tagen leuchten erquickend nochmals über ihrenganzen Lebenslauf hin. Der Greis gedenkt seiner kindlichenWeihnachts - und Neujahrsfreuden noch mit regem Entzücken;es erlebt die Jungfrau, die Gattin, der Mann keinen Geburts-tag Christi, kein Neujahr, ohne unwillkürlich eine gewisse an-genehme Zuneigung für diese merkwürdige Zeit, oder eine stilleFreude in sich zu verspüren, die aus nichts als Erinnerungender Anmuth früherer Zeiten stammt.

Darum erscheint mir diese Uebung eine der ehrwürdigstenund schönsten. Wir stimmen das Herz der Jugend für die ganzeLebenszeit auf diese Tage zur Empfänglichkeit für Freude. Mitden nachmaligen Erinnerungen an die Kindheit des Erlösers