vermischen wir die Erinnerungen an unsere eigene Kindheit undan die Wonne, die sic uns oft gab. In dem Morgentraumunsers Erdenlebens empfing schon die sogenannte heilige Christzeitdie Weihe zu einem der vorzüglichsten Freudentage im Leben.
Mit Lust verweile ich bei dem Gedanken an diesen uraltenund liebenswürdigen Gebrauch. Er mahnt an die Geschenke,welche ehrfurchtvoll dem Kinde Jesus die morgenländischenWeisen zu Füßen legten. Ach, die Freude der unschuldigenKleinen, wenn sie beschenkt werden, ist selbst nicht so groß,als die Freude derjenigen, welche ihnen die Gaben zubereiten,und sie damit überraschen. Da fühlt es jedes noch unverdorbeneHerz rein und hell: daß doch das Geben seliger sei, als dasNehmen! Da offenbart sich die tiefe Vaterzärtlichkeit, da dieunbeschreibliche Mutterliebe am rührendsten.
Ja, lasset uns der Christen uralter Sitte treu bleiben, unddas Fest des Herrn zum ersten Freudentage der frommen Un-schuld machen, zum Fest der Kinderliebe, zum Fest der Vater-und Mutterzärtlichkeit!
Verschönert mit harmlosen Freuden die Tage der Kindheit!Ach, diese Tage, wie schnell sind sie doch verflogen; wie dunkelbleibt ihr Schatten hinter uns liegen, wenn ihn nicht einzelneFreudenlichter hin und wieder erhellen!
Kinder und Greise verdienen vor allen andern die zärtlicheSorgfalt und Schonung derer, die noch in der vollen Kraftihres Alters sind. Denn hilflos, wie der Greis, ist auch dasKind; beide sind abhängig von Andern, schwächer und hin-fälliger.
Verschönert mit harmlosen Freuden die Tage des Kindes,wie man sie euch verschönest hat. Wer weiß, wie lange ihrihm Freuden geben könnet? Vielleicht ist dies das letztem«!,da ihr es vermöget.
Verschönert die Tage des Kindes mit harmlosen Freuden— wer weiß cs denn, ob dieses Kind, welches heute noch inblühender Gesundheit zu euch emporlächelt, noch lange blühenwird? Ein kalter Hauch, ein leiser Unfall, eine unscheinbareKrankheit vernichtet die zarte Blüthe, und sie welkt dahin.