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5 (1837) Andachtsbuch für die Jugend
Entstehung
Seite
485
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sich die Bessern nach göttlicher Aufklärung;-und in diesem

Zeitpunkt ward Jesus Christus, das Licht der Welt, geboren.

Aber auch die heidnischen Religionen waren um diese Zeit imtiefsten Verfall. Große, edle, tugendhafte und weise Männerwaren schon unter ihnen durch Gottes Veranstaltung aufgestan-Len, welche mit ihren Lehren den Götzendienst zerstörten. Auchsie lehrten schon, daß nur ein einziger, höchster, unsichtbarerGott sei. Auch sie lehrten, baß man diesem Gott nicht mit Opfernund Gaben angenehm sein könne, sondern nur mit einem reinenHerzen, mit einem menschenfreundlichen Gemüth, mit einemWandel ohne Tadel. Wie unter den Juden die Propheten, sohatten unter den Heiden diese edeln Weisen angefangen, dieGemüther ihrer Rcligionsgcnosscn auf die Erscheinung einerLehre Jesu vorzubereiten, auf die Erscheinung einer Lehre, welchesie vormals nur dunkel ahneten, aber in so göttlicher Klarheit,Ln so gewaltiger Macht nicht erwartet hatten. Wie unter denJuden, waren auch unter den Heiden zahlreiche, unter sich ganzVerschiedene Sekten und Religionsmeinungen. Die Einen hingenschwärmerischen Betrachtungen an, die Andern predigten denGenuß aller Wollüste. Hier opferten die Einen vor den steiner-nen Bildsäulen ihrer selbstgemachten Abgötter; dort verlachtenAndere allen Gottesdienst, glaubten, die Welt sei ohne Schöpfer,ein Werk des blinden Zufalls, und das Leben der Seele mitdem Leben des Leibes geendet.

So war auch in den heidnischen Religionen die höchste Zwie-tracht und Ungewißheit. Man verspottete die selbstgeschaffenenGottheiten, irrte aber in bangen Zweifeln, sehnte sich nach Licht,baute Altäre selbst dem unbekannten Gott, fragte begierig nachjeder neuen Lehre (Ap. Gesch. 17, 20), und wünschte Be-ruhigung,-und siehe, in diesem Zeitpunkt erschien Jesus

Christus, der Heiden Heiland, der Welt Beruhiger, undoffenbarte den unbekannten Gott!

Was endlich den Zweck der Ankunft Christi in der Weltnoch mehr begünstigen mußte, war, daß damals alle bekanntenVölker des Erdbodens nicht getrennt unter verschiedenen Herrenund Gesetzen lebten, sondern sämmtlich zu Unterthanen eines