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getäuscht, stiftete gleich Jesus, statt eines nichtigen Erdenreichsrin ewiges Gottesreich: der Gewinn der Welt war nur um sounendlicher.
Denn auch die jüdische Religion war nicht mehr in ihrerursprünglichen Reinheit vorhanden. Die frömmern, die edlernMenschen unter ihnen selbst sehnten sich nach einem neuen Licht,wie der gottesfürchtige Greis Simeon zu Jerusalem, der mitEntzücken rief, als das Jesuskind in den Tempel gebrachtward: Herr, nun lassest Du Deinen Diener in Frieden fahren;denn meine Augen haben Deinen Heiland gesehen, welchen Dubereitet hast vor allen Völkern, ein Licht, zu erleuchtendie Heiden! (Luk. 22, 29 — 32.)
In der jüdischen Religion herrschte mannigfaltige Zwie-tracht, das Unwesen feindseliger Sekten und Parteien, so daßdas Volk darüber irre werden mußte, was es glauben sollte.
Da waren unter ihnen Essäer, welche sich einbildeten, umGott recht angenehm zu sein, müsse man allen Freuden derWelt entsagen, ein enthaltsames, strenges, trauriges Lebenführen, nur beten, nur singen, sich kasteien, und abgesondertvon den übrigen Menschen in einsamen Zellen und Wildnissenwohnen. Da waren Sadduzäer, welche gegen die Schwär-merei und Frömmelei der Essäer eiferten, und die Religion mitspitzfindigen Grübeleien verwechselten, die Unsterblichkeit derSeele nach dem Tode und die Vergeltung des Bösen und GutenLn jenem Leben hinwegläugneten. Da waren Pharisäer,heuchlerische Beobachter der strengsten äußerlichen Vorschriftenund Zeremonien des mosaischen Gesetzes; Menschen, welche sichallen Wollüsten ergeben, Laster und Sünden üben konnten, sichwenig um einen tugendhaften Wandel, um ein edles Herz be-kümmerten, aber nichts versäumten, was die Kirche von ihnenäußerlich forderte. Mit dem Herplappern langer, auswendiggelernter Gebete, mit dem fleißigen Besuche des Gottesdienstes,mit Almosengeben an die Armen, glaubten sie schon genuggethan zu haben, um Gottes Wohlgefallen zu verdienen.
So waren noch andere Glaubensparteien unter den Juden,welche sich gegenseitig verfolgten und tadelten. Darum sehnten