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sehen, noch wunder selber stören. Er kannte die große Mehrzahlder Menschen, wie sie nur vorn Sinnlichen zum Uebersinnlichen,von äußerer Zucht zu innerer Ordnung, und an der Hand derKirche zum Religiösen geleitet werden können.
Wenn man auch wohl Christo angehören kann, ohne irgendeiner öffentlichen Kirche anzugchören: immer wird Jeder sichdennoch gleichsam eine eigene Kirche bauen, und eben damit dieNothwcndigkeit des Kirchlichen bezeugen. Auf diese Art sind inder Christenheit die vielen traurigen Kirchenspaltungen, dieGlaubensparteien, die Sekten, ihre gegenseitigen Verfolgungenentstanden, und alle die grausamen Uebel, durch welche ganzeLänder und Völker Jahre und Jahrhunderte elend wurden.
Jedem wahren Christen muß daher an Stetigkeit undAchtung seiner Kirche gelegen sein; er muß aus Furcht vor demVerderben, welches von Glaubenstrcnnungen und Kirchen-parteien unausbleiblich herrührt, jede Seltnerer' meiden. Er istdies dem Staat schuldig; er ist es Gott schuldig, welcher Ein-tracht und Liebe will. Er muß cs nicht sein, welcher des öffent-lichen Gottesdienstes spottet — was Tausenden ehrwürdig heißt,darf kein Gegenstand frecher Witzelei werden. Er muß es nichtsein, welcher Priester und Lehrer lächerlich macht, vielleicht umseine vermeinte Aufklärung damit zu beurkunden. Wer irgendeinen Menschen verhöhnt; beurkundet ein verderbtes Herz; werirgend einen Stand im Staat verhöhnt, beurkundet seine Un-wissenheit in den Einrichtungen des bürgerlichen Lebens undseine Hinwcgsctzung über öffentliche Ordnung und Gesetze. Magauch Denkart und Wandel manches Geistlichen keineswegs mitseinen eigenen Lehren übcreinstimmcn und der Mensch an sichverachtungswürdig sein: aber der Beruf bleibt ehrwürdig, unddie Fehler seines Herzens sind nicht ein Verbrechen seinesStandes. Der Christ muß es nicht sein, welcher sich seinen«gemeinschaftlichen Gottesdienst entzieht, weil er auch durch seinBeispiel verantwortlich ist, und böses Beispiel noch verderblicherist, als das böse Wort. Aber böse ist das Beispiel für Alle,- welche ohne innere Kraft sind, und der äußern Stützen be-dürfen, wenn sie dadurch ermuntert werden, den festen Stab