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5 (1837) Andachtsbuch für die Jugend
Entstehung
Seite
476
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und Uebungen. Ich kann ohne das Alles ein guter Christ seinund selig werden.

Freund, möchte ich. zu ihm sagen, bist du unter denMillionen Menschen, die auf Erden leben, und die seit Jahr-tausenden gelebt haben, der einzige Sterbliche, welchem zurErhebung seines Gemüthes keine sinnliche Einwirkung und Hilfevonnöthen war? Bist du der Einzige, dessen Gedächtniß jedeneue Mahnung und Erweckung entbehren kann? Bist du derEinzige, welcher zu allen Tagen und Stunden gleich aufgelegtist zu frommen Entschlüssen, zur Selbstbekämpfung, wenn Leiden-schaften rege werden, zur Vervollkommnung in allem Guten,wenn tausend kleine Versuchungen zum Bösen dich umringenund reizen? O nicht doch! Dieser dein Stolz, diese deineSicherheit, beweisen schon, du bist weder der Gute, der Starke,welcher du zu sein dir einbildcst, noch fähig, ohne äußerlicheEinwirkungen dein Gemüth in jener Höhe zu erhalten, die duselbst von dir forderst. Der Geist ist willig, aber das Fleischist schwach.

Religion und Kirche stehen vereinigt zur Veredlung desinnern Menschen. Nicht die Kirche macht selig, sondern derheilige fruchtbringende Glaube; aber die Kirche ist des GlaubensStab und Stütze in dieser irdischen Welt.

Auch Jesus, als er der Welt diesen heiligen Glauben gab,wußte dies sehr wohl. Er kannte die Schwächen des mensch-lichen Geschlechtes, und wie nothwendig auch dem Weisestenim Volke gewisse sichtbare Sinnbilder des Unsichtbaren, gewisseErinnerungszeichen und Erweckungsmittel seien. Hatte er nichtselbst deswegen die Taufe eingeführt, diese äußere sinnbildlicheHandlung, für diejenigen, welche sich zur Bckennung seinerLehre, zur Nachahmung seines tugendhaften, menschenbeglücken-den Wandels cinweihen lassen wollten? Sie sollten, gleichwiedas Wasser uns von außen reinigt in der Taufe, bezeugen, daßsie durch sein Wort ihr Gemüth von allem Unflath sündlicherBegierden säubern wollten. Diese innere Heiligung war dasWesentliche, die äußere Waschung war sinnbildliche Erklärung,