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5 (1837) Andachtsbuch für die Jugend
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wenn sie in seinem Geiste wandeln und thun, sind Christen.Und der Apostel Petrus sagte schon von den Juden sowohl alsvon den Heiden: Nun erfahre ich mit der Wahrheit, daß Gottdie Person nicht ansiehet, sondern in allerlei Volk, wer ihnfürchtet und recht thut, der ist ihm angenehm.(Apostelgesch. 10, 34. 35.) So dürfen wir auch glauben, daßGott nicht ansiehet die Person unter denen, die auf Christumalle getauft sind, sondern in jeglicher Kirche, wer ihn fürchtetund recht thut, der ist ihm angenehm.

Es ist demnach ein wesentlicher Unterschied zwischen dkrReligion oder der Christuslehre und dem Christusglaubcn einer-seits und der Kirche anderseits. Die Religion ist das Innere,das Verhältnis unsers Gemüths zu Gott; die Kirche ist dasAeußere, das Einverständnis, die Gemeinschaft der gleichgesinn-ten Christen zur Empfangung und Uebung des Glaubens, undzur Verehrung der Gottheit in allen ihren Verhältnissen zummenschlichen Geschlecht auf Erden. Die Religion ist das Un-sichtbare, die Kirche das Sichtbare. Die Religion ist die Seele,die Kirche die irdische Hülle derselben.

Aber wenn gleich die Religion Jesu wichtiger ist für Weltund Ewigkeit, als die Kirche mit ihren Satzungen und Ge-bräuchen der Lehrmeinungen: ist darum die Kirche selbst fürden Christen eine ehrwürdige Stiftung, eine Nothwendigkeit.Wie der Mensch aus Geist und Leib besteht, und er des Sinn-lichen, als Werkzeug und Stütze des Geistes, keineswegs ent-behren kann: so ist auch die Religion und Kirche ein Ganzes,ein Engvcrbundencs, welches ohne Gefahr nicht wieder getrenntwerden kann. Spricht die Religion meinen Geist an, wie sichderselbe gegen die sinnliche Welt äußern und in ihr Gutes wirkensoll: so spricht die Kirche mein Irdisches an, wie es sich zumEwigen und Göttlichen erheben und das Geistige in mir unter-stützen soll.

Es ist ein Jrrthum, wenn Christen, zu welcher Glaubens-Partei sie auch gehören mögen, sprechen wollen: Ich bedarfder Kirche nicht; bedarf nicht ihrer Einrichtungen, Vorschriften