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5 (1837) Andachtsbuch für die Jugend
Entstehung
Seite
472
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Gemeinschaft, die darauf Ln der Welt unter dem Namen derchristlichen Kirche bekannt ward.

Die Lehren, welche Jesus selbst gegeben, waren sehreinfach gewesen. Sie konnten auch vom Ungelehrten, auch vomKinde in ihrer seligmachenden Wahrheit begriffen werden. Da-her verbreiteten sie sich schnell durch die Welt, und waren keinGegenstand gelehrter und spitzfindiger Untersuchungen. Jesuszeigte den Sterblichen den einigen lebendigen Gott, den Herrndes Weltalls, als ihren Vater; er zeigte ihnen die Ewigkeit alsihr Ziel; ihre Heiligung, die Bekämpfung ihrer Sünden undLeidenschaften, das Vollkommenwerden durch menschenfreund-liche Thaten und Gesinnungen, als ihre Bestimmung. SeinLeben sollte ihres Lebens Vorbild, und Vereinigung mit Gottihr höchstes Gut werden. Hingegen erklärte er, daß eineschwärmerische Werkheiligkeit, die bloße Beobachtung äußerlicherGebräuche und kirchlicher Zeremonien, nicht zur Glückseligkeitführen könne. Daher sprach auch Johannes, sein Jünger: DaSGesetz ist durch Mosen gegeben, die Gnade undWahrheit aber ist durch Christum geworden, undvon seinerGüte haben wir genommen Gnade umGnade. (Joh. 1, 16. 17.)

Nicht also das Aeußerliche der Gebräuche war die neue Re-ligion, welche der Messias dem menschlichen Geschlechte brachteund empfahl; sondern die innerliche, gottgefällige Verbesserungdes Gemüths. Jenes, wie das Gesetz Mofis, ist Menschen-werk; aber die Gnade und die Wahrheit, das Heilige und Voll-kommene, welches im menschlichen Herzen wohnen muß, ist dasGöttliche.

Daher hatten die ersten christlichen Gemeinden auch nurwenige kirchliche Gebräuche, und selbst diese wenigen waren sehreinfach. Anfangs wurden noch einige aus der jüdischen Kirchebeibchaltcn, und die Apostel selbst hatten nichts dagegen, wennzum Beispiel manche gläubig gewordene Juden die sonst vonihnen beobachteten Fasten beibehielten, oder verschiedene Speisenfür verunreinigend ansahen. Denn dies Alles war ihnen Neben--sache; aber Besserung des Gemüths, der Glaube und das Vcr-