Druckschrift 
5 (1837) Andachtsbuch für die Jugend
Entstehung
Seite
457
Einzelbild herunterladen
 

hast du von der Welt zu fordern? Willst du der Sache Gottesdienen, wie kümmert dich der Haß der Tugendfeinde?

Nur Muth gefaßt, schüchterner Edler, der, von seinenheiligen Ueberzeugungen geleitet, das Gute thun und befördernwill zum Glück der Menschheit. Vollende dein Werk; erwartees, daß dir nur wenige Edle segnend die Hand drücken werden,inzwischen der große Haufe dich in seiner Unwissenheit verhöhntoder der Eigennutz dich anfeindet. Und würdest du fallen, würdestdu das Schlachtopfer giftvoller Widersacher was wäre dennverloren? Dein Erdenglück kann untergehen, aber nicht dergroße Gedanke, für welchen du Trost und Freuden des Lebenshingabst. Dein Blut kann fließen unter den Händen der Mörder;aber dein Geist schwingt sich siegend über die Welt hin. Kämpferder Tugend, laß dich selbst fahren, aber nicht deine heilige Sacheder Menschheit, nicht das Göttliche deiner Ueberzeugungen.Diese sie ist nicht deine, sie ist Gottes Sache wird nichtuntergehen!

Was göttlich ist, kann nicht verderben! Esstreitet gegen die feindlichen Verhältnisse dieser Welt, aber essieget endlich gewiß.

Dies lehrt uns die wunderbare Begebenheit, deren sich derChrist am Ostertage freut; dies lehren uns zahllose, oft nichtminder wunderbare Begebenheiten in dem Buch der Welt-geschichte. Diese ist die erhabenste und zweifelloseste Verkün-digerin einer göttlichen Vorsehung, die über uns waltet.

Göttlich ist die Wahrheit. Denn Gott selbst ist der Geistder Wahrheit. Auch ist noch keine Wahrheit, so sehr und solange sie immerhin den Völkern oder ihren Gewaltigen verhaßt -sein mochte, untergegangen. Immer rang sie sich gegen dieMacht der Hindernisse empor, und feierte in später» Zeitalternihren desto glänzendem Triumph.

Jede neue Wahrheit widerspricht mehr oder weniger denAbsichten und Vorurtheilen einer gewissen Klasse von Menschen,oder auch nur ihren angenommenen Gewohnheiten und Mei-nungen. Eine jede hat also nothwendig einen schweren Kampfgegen die bisher bestandenen Verhältnisse zu kämpfen. Sie ist